Kaum Gewinn in 2005
Medion macht düstere Prognose wahr

Der als Aldi-Hoflieferant bekannt gewordene Elektronikhändler Medion hat im abgelaufenen Jahr kaum etwas verdient. Im laufenden Jahr soll es gar noch schlimmer werden.

HB ESSEN. Wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte, sank der Jahresüberschuss von 48,8 Mill. Euro auf 9,2 Mill. Euro. Der Umsatz gab leicht von 2,6 auf 2,5 Mrd. Euro nach. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank von 90 auf 22 Mill. Euro. Alleine die Reorganisation des Unternehmens belastete das Ebit mit 20,5 Mill. Euro. Im Januar hatte Medion für 2005 ein deutlich niedrigeres Ebit als vom Markt erwartet in Aussicht gestellt. Der Handelskonzern ging seinerzeit von einem operativen Gewinn von nur noch 19 Mill. Euro aus; beim Überschuss hatte das Unternehmen sich lediglich darauf festlegen wollen, überhaupt Gewinn zu machen.

Nach dem Gewinneinbruch will der mit hohen Kosten und schwachen Margen kämpfende Elektronikhändler die Dividende für 2005 reduzieren. Statt 55 Cent wie im Jahr 2004 sollen die Anteilseigner nur noch 19 Cent erhalten. Bereits 2004 hatte der im Nebenwerteindex MDax notierte Konzern einen Gewinnrückgang nach Steuern von 103,1 auf 50,7 Mill. Euro verbucht und den Aktionären eine von 70 auf 55 Cent gekürzte Dividende gezahlt.



Im Zuge der Restrukturierung und dem Verzicht auf margenschwaches Geschäft werde im laufenden Jahr mit einem weiteren Gewinnrückgang gerechnet sowie einem Umsatzrückgang auf 2 Mrd. Euro. Die Ebit-Marge werde voraussichtlich 1,0 bis 1,5 Prozent erreichen. „Wir erwarten 2007 wieder Umsatz- und Gewinnzuwächse“, sagte Finanzvorstand Christian Eigen. Im Januar hatte das Unternehmen mitgeteilt, es wolle sich auf zukunftsträchtige Produkt- und Geschäftsbereiche konzentrieren. Eigen konkretisierte dies nun: Medion werde sich weitestgehend aus dem Handel mit Kleinelektronik zurückziehen. Wachstum komme von den Flachbildfernsehern.

Medion vertreibt Elektronik- und Elektroartikel – vom Toaster bis zum Plasmabildschirm – über Einzelhändler wie Aldi, Tchibo, Metro, die britische Tesco oder die französische Carrefour. Diese Vertriebsform und der dazugehörige Kundendienst verursachen enorme Kosten. Gleichzeitig spürt Medion den Preisverfall vieler Artikel.

Am Markt hatte die Hoffnung bestanden, das traditionell starke Weihnachtsgeschäft würde die Ergebnisrückgänge des ersten Halbjahres ausgleichen. Im zweiten Halbjahr rutschte Medion beim Ertrag allerdings weiter ab. Aus den bisher veröffentlichten Quartalsberichten für 2005 ergibt sich rechnerisch, dass Medion in der zweiten Jahreshälfte nur knapp an der Verlustzone vorbeigeschrammt ist. Im vierten Quartal verbuchten die Essener bei mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz ein operatives Ergebnis von nur 300 000 Euro. Im Quartal zuvor war ein Ebit von 200 000 Euro eingefahren worden. Dieses Missverhältnis zeigt Beobachtern zufolge, dass der Elektronikhändler mehrere umsatzstarke, aber renditeschwache Produktgruppen im Angebot hat. Daher will sich Medion nun von unrentablen Produktarten trennen.

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