Kaum Hoffnung für den Konsum – Probleme mit Emissionsrechten: Harte Zeiten für den Handel

Kaum Hoffnung für den Konsum – Probleme mit Emissionsrechten
Harte Zeiten für den Handel

zel. Ein weiterer Rückschritt: Während der Konkurrent Metro einigermaßen stabil durch die Konsumflaute segelt, erwischt es den Essener Konkurrenten Karstadt-Quelle immer härter. Zum Jahresende sind die Umsätze noch einmal weggesackt, der Konzern steht deutlich schlechter da als der Branchendurchschnitt. Außerdem werden die Probleme bei der Touristik-Tochter Thomas Cook immer größer. Langsam muss man sich Sorgen um Deutschlands zweitgrößtes Handelshaus machen. Das Unternehmen versucht zwar, mit Innovationen wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Doch wenn eine der vielen Karstadt-Ideen richtig gut funktioniert hätte, wäre das Umsatzminus nicht so groß ausgefallen. Dem Essener Handelskonzern muss bald die Wende gelingen. Andernfalls sieht die Zukunft des Unternehmens alles andere als rosig aus.

juf. Langsam wird es ernst: Der Handel mit Emissionsrechten wird zwar erst 2005 beginnen, wichtige Vorentscheidungen fallen aber jetzt – und sie drohen den Wettbewerb zu verzerren (Seite 10). In den vergangenen Monaten hat das Bundesumweltministerium bei den betroffenen Unternehmen Daten erhoben, die die Grundlage für die künftige Verteilung der Zertifikate zum Ausstoß von Kohlendioxid sein werden. Um so problematischer ist es, dass die Daten offenbar mangelhaft sind. Kleine Firmen waren mit der komplizierten Software überfordert und um nicht zu kurz zu kommen, hat manches Unternehmen seinen Bedarf an Emissionsrechten offenbar sehr großzügig angegeben. Unter Zeitdruck muss das Ministerium nun die Daten auswerten. Dass der Emissionshandel auf dieser Basis unter fairen Bedingungen starten wird, ist kaum vorstellbar.

tom. Die Ankündigung von Royal Dutch/Shell kam für Beobachter überraschend: Die Korrektur der eigenen verfügbaren Ölreserven um 20 % nach unten hat den Markt geschockt (Seite 11). Das Vertrauen in die Reservenbewertungen der anderen großen Ölförderer ist ebenfalls erschüttert, denn die Korrekturen betreffen zum Teil Projekte, an denen auch andere Konzerne wie Total oder Eni beteiligt sind. Zudem wachsen die Zweifel an der Konzernstrategie von Royal Dutch/Shell: Schon heute hat der Konzern im Vergleich zur Konkurrenz die höchsten Entwicklungskosten – bei sinkender Produktion. Die Linie des zweitgrößten privaten Ölkonzerns der Welt galt besonders im Vergleich zum Konkurrenten BP immer als konservativ, aber zuverlässig. Offenbar war Shell aber bei der Bewertung der Reserven nicht konservativ genug.

jkn. Was lange währt, wird endlich gut. Diese Weisheit scheint für den Übernahmeversuch von Oracle-Chef Larry Ellison nicht zu gelten (Seite 14). Je länger das Vorhaben dauert, den Wettbewerber Peoplesoft zu kaufen, desto mehr schwinden die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss. Das ist allerdings auch auf Faktoren zurückzuführen, die Ellison kaum beeinflussen konnte. So hat Peoplesoft mit guten Zahlen seine Investoren fester an sich binden können. Doch auch das Oracle-Management muss sich Fehler vorwerfen lassen. Seit Wochen kostet die Aktie des Objekts der Begierde deutlich mehr, als Ellison zu zahlen bereit ist. Doch weder hat das Oracle-Management seine Offerte aufgestockt, noch hat es neue Argumente geliefert, warum sich ein Verkauf für die Peoplesoft- Anteilseigner lohnen wird. Am Ende wird Ellison wohl noch tiefer in die Tasche greifen müssen, will er sich nicht dem Vorwurf aussetzen, sich verkalkuliert zu haben.

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