Kein Ergebnis in bisherigen Verhandlungen
Tarifverhandlungen für Tourismusbranche abgebrochen

Ohne Ergebnis wurde am Dienstag in Frankfurt die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die rund 70 000 Beschäftigten der Tourismusbranche abgebrochen. Ein neuer Termin sei nicht vereinbart worden sagte die Tarifgemeinschaft des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV) am Abend in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Zu Beginn der Verhandlungen hatte die Gewerkschaftsseite aktuelle Forderungen vorgelegt. „Ab 1. Januar 2005 müssen nach unserer Auffassung die Gehälter für die Beschäftigten in der Touristikbranche um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten erhöht werden“, hatte Verdi-Verhandlungsführer Henry Sieb vor rund 100 Demonstranten vor den Verhandlungsort in Frankfurt gesagt.

Der Geschäftsführer der DRV-Tarifgemeinschaft, Volker Fasbender, war für Dienstag nicht mehr von einem Abschluss ausgegangen, hoffte aber auf eine Annäherung: „In einigen Punkten gibt es Signale, wir könnten vielleicht uns irgendwo treffen, aber das wird noch ein ganz schöner Weg sein.“

Auch für die Auszubildenden wollte die Arbeitnehmerseite 4,5 Prozent mehr Vergütung ab 2005 durchsetzen. Die Forderung nach Gehaltsanhebungen liege an der oberen Grenze des Unwirklichen, sagte Fasbender.

Die Verhandlungskommissionen beider Seiten hatten die Tarifgespräche im Juni in zweiter Runde ohne Annäherung abgebrochen. Der DRV hatte im Frühjahr die noch bis Jahresende gültigen Tarifverträge der Touristik frühzeitig gekündigt und dies mit den unverändert schwierigen Rahmenbedingungen für das Reisegeschäft begründet. „Unsere Branche hat es sehr nötig, die Tarifverträge noch weiter anzupassen an eine veränderte Wirklichkeit“, bekräftigte Fasbender. Im Mittelpunkt stünden dabei Flexibilität bei der Arbeitszeit und auch einige Vergütungsfragen.

Entgegenkommen signalisierten die Arbeitnehmervertreter erneut darin, dass unter bestimmten Bedingungen ein Monatsgehalt pro Jahr variabel gestaltet werden könne. Hingegen seien sie zu keinen Zugeständnissen bei den Forderungen nach Kürzungen von Weihnachts- und Urlaubsgeld bereit, betonte Sieb.

Betroffen sind DRV-Angaben zufolge unmittelbar 17 000 Beschäftigte vor allem der großen Reisekonzerne Tui, Thomas Cook und Rewe Touristik. Angewandt würden die Tarifverträge weitgehend in der gesamten Branche.Touristikunternehmen wollen mit einem neuen Flächentarifvertrag finanzielle Kürzungen bei den Sonderzahlungen und flexiblere, am Bedarf orientierte Arbeitszeiten von bis zu 48 Stunden pro Woche durchsetzen.

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