Kein Schließungsbedarf bei Kaufhäusern
Kaufhof will Warenhaus-Konzept stärken

Kaufhof-Chef Lovro Mandac plant nicht, Teile seiner Handelsfläche an andere Handelsbetriebe abzugeben. „Wir werden uns nicht vom Handelsunternehmen zu einem Immobilienhändler wandeln“, sagte er dem Handelsblatt.

HB-DÜSSELDORF. Trotz der Flaute in Deutschlands Warenhäusern denkt Kaufhof-Chef Lovro Mandac nicht daran, einen Teil seiner Verkaufsfläche an fremde Handelsbetriebe abzugeben. „Wir werden uns nicht vom Handelsunternehmen zu einem Immobilienhändler wandeln“, sagte er dem Handelsblatt (Montagausgabe) Anders als Wettbewerber Karstadt, der mittelfristig 15 Prozent seiner Fläche an Wettbewerber wie Douglas oder Peek & Cloppenburg untervermieten und seine Häuser in Einkaufszentren verwandeln will, hält Mandac am traditionellen Warenhaus-Konzept fest. Der Betriebstyp soll nach seinem Willen sogar gestärkt werden. „Wir wollen unser Marken-Portfolio nach oben hin erweitern“, sagt er.

Doch Eile ist geboten. Innerhalb des Metro-Konzerns entwickelt sich das Kölner Tochterunternehmen zunehmend zum Sorgenkind. Zwischen Januar und Juni verlor Kaufhof 3,8 Prozent Umsatz. Von einer Krise wie bei Karstadt, dessen Warenhäuser im ersten Halbjahr 5,8 Prozent weniger umsetzten, sieht sich Kaufhof dennoch weit entfernt. „Von unseren 115 Standorten schreibt nur ein Haus rote Zahlen“, sagte Mandac – bei Karstadt sind es 26. Zudem weist man laut Mandac einen positiven Cash-flow aus.

Bei den Kaufhof-Warenhäusern gebe es derzeit keinen aktuellen Schließungsbedarf, sagte Mandac. Im Herbst werde sogar ein Haus im Frankfurter Nordwestzentrum hinzukommen. Zudem erhöhte sich die Zahl der Häuser, die auf das höherwertige Galeria-Konzept umgestellt wurden, zuletzt auf 84. Modernisierungen in Aachen und am Berliner Alexanderplatz stünden kurz bevor. Fest steht aber die Schließung der „Emotions“-Filialen in Köln, Karlsruhe und Nürnberg.

Zusätzlich will man die Kosten durch Personaleinsparungen in den Griff bekommen. Bis zu 300 Stellen sollen in der Hauptverwaltung gestrichen werden, bestätigte Mandac. Im Verkauf werde es keinen Abbau geben. Branchenexperten halten dies ohnehin für kaum durchsetzbar: Während auf jeden Karstadt-Vollzeitarbeitsplatz eine Verkaufsfläche von 54 Quadratmeter kommt, wie Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers errechnet hat, müssen sich die Kollegen im Kaufhof bereits jetzt um jeweils 71 Quadratmeter kümmern.

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