Keine Einigung mit Globus

Max-Bahr-Übernahme doch noch gescheitert

Die Royal Bank of Scotland wird zum Totengräber der Baumarktkette Max Bahr: Eine Einigung mit Globus ist doch noch geplatzt. Der Supermarktkonzern soll sein Mietpreis-Angebot kurzfristig verringert haben.
Update: 27.11.2013 - 16:44 Uhr 11 Kommentare
Einkaufswagen der Baumarktkette Max Bahr: Scheitern um fünf vor zwölf. Quelle: dpa

Einkaufswagen der Baumarktkette Max Bahr: Scheitern um fünf vor zwölf.

(Foto: dpa)

HamburgDie geplante Übernahme von 58 Max-Bahr-Baumärkten aus der Insolvenzmasse von Praktiker ist doch noch geplatzt. Der saarländische Supermarktkonzern Globus hat sich nicht mit der britischen Royal Bank of Scotland (RBS) auf einen Kauf der Baumarkt-Immobilien einigen können, die der Bank gehören.

Die Verhandlungen seien an unterschiedlichen Vorstellungen über die Mieten gescheitert, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters für den Moor-Park-Fonds, Berthold Brinkmann, der 66 der Max-Bahr-Häuser verwaltet. Er warf Globus vor, die Forderungen plötzlich drastisch verändert zu haben. „Wir mussten feststellen, dass diese geänderten Mietpreisvorstellungen von Globus nicht annahmefähig waren.“ Dadurch sei der Verkauf quasi in letzter Minute noch gescheitert.

Größter Gläubiger von Moor Park ist die britische RBS. Eine Sprecherin der Bank erklärte: „Wir arbeiten nun mit Hochdruck an anderen Optionen und sind sehr zuversichtlich, dass wir diese in Kürze umsetzen können. Der Erhalt von Arbeitsplätzen spielt dabei eine wichtige Rolle.“ Damit beginne in allen 73 Max-Bahr-Märkten am Donnerstag der Ausverkauf, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Die Einigung mit der RBS hatten die Gläubiger von Max Bahr und der Insolvenzverwalter zur Bedingung für einen Verkauf an Globus gemacht. Der in St. Wendel ansässige Familienkonzern betreibt 79 Baumärkte unter den Markennamen Globus und Hela.

Max Bahr ist der letzte Teil von Praktiker in Deutschland, der nach der Pleite der Baumarktkette noch eine Überlebenschance hat. In den übrigen rund 230 Baumärkten läuft der Ausverkauf bereits. Ein Verkauf von Max Bahr an den Dortmunder Konkurrenten Hellweg war vor gut einer Woche an der fehlenden Einigung mit dem Vermieter gescheitert.

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11 Kommentare zu "Keine Einigung mit Globus: Max-Bahr-Übernahme doch noch gescheitert"

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  • Globus hat hier versucht die Vermieter zu verarschen. Erst reicht das Gebot nicht aus, dann auf einmal will man sogar die Immobilien für 400 Millionen kaufen und einen Tag später macht Globus wieder einen Rückzieher.

  • Aber wenns Otto Cuntz an die Eier gehen sollte, dann sollte er auch nicht vor Schmerz herumbrüllen.

  • @OttoCuntz

    Luschtisch Ihr Einlassung.

    Wir krümmen uns grad über Ihren Comment: ob vor Lachen oder vor Schmerzen, das werden doch auch Sie ganz gewiss hochkompetent wissen.

  • Pech für Sie persönlich.

    Aber wenn es an dem Standort einen Bedarf für einen Baumarkt gibt, wird mit absoluter Sicherheit jemand in die Bresche springen. Dann wird ein anderer baumarkt aufmachen. Die Welt geht davon nicht unter.

  • Okay, danke RBS. Ich werde bis zum letzten Tag bei Max Bahr mit Trauerflor und Grablicht an meiner Kasse sitzen.

    Hier werden nicht einfach nur 3600 Arbeitsplätze vernichtet, hier werden gute Arbeitsplätze und Existenzen von älteren, gut ausgebildeten Arbeitnehmern gekillt. Hinzu kommen die Arbeitsplätze der vielen Zulieferer, Fahrern usw.

    Und unsere Politik wird weiterhin solche Banken retten. Vielen Dank dafür!

  • RBS quittiert wie es aussieht.
    Sollte man sich nicht weiter drüber wundern, erst recht nicht, wenn die den Preis höhersetzen sollten.
    430+50
    RBS will Blut sehen.
    Das muß Max Bahr nicht unbedingt die Existenz kosten weil es Leute geben soll, die Blut sehen wollen bei RBS.
    Und das Spiel geht, sollte RBS so weitermachen, noch erst richtig los - vorausgesetzt RBS will sowas.

  • Wer Bankhäusern im United Kingdom auch nur ein wenig glaubt, muß zwangsläufig in den letztn 10 Jahren (mind.) voll gepennt haben. Geschichtlich gesehen ist UK eine Kolonialmacht und die Einstellung gilt auch noch heute.
    Charles de Gaulle wußte schon warum er damals gegen einen
    EWG-Beitritt von UK war.

  • RBS hat 45 Mrd Pfund vom Staat bekommen, und damit, auf verschlungenen Wegen, sicher auch von der EU. Für die, zugegebenermaßen nicht zukunftsfähige, Praktikerkette waren lediglich 50 Mio Euro erforderlich, bei Max Bahr dürfte es noch weniger sein. Wenn so eine Bank systemrelevant ist, sollte man erkennen das das System grundlegend falsch ist.

  • Die Royal Bank of Scotland wurde Teilverstaatlicht und musste in den letzten Monaten wegen Manipulationen hohe Strafen zahlen. In den letzten Wochen hat Sie dazu beigetragen das ALLE Übernahmeversuche ob Hellweg oder jetzt Globus immer scheitern... anscheinend ist der Bank egal das eine ganze Kette mit tausenden Arbeitsplätzen dadurch in die Insolvenz geht... Hauptsache man bekommt seine hohen Mieten durchgesetzt indem man für einige Standorte schon Nachmieter hat. da sieht man eben welche Gefahr besteht wenn man die Immobilien vom Geschäft abtrennt und an Ausländer verkauft man hat dann keinen Einfluss mehr auf Mieten etc. Somit wird wohl dank der Bank eine weitere Kette vom markt verschwinden und wir bekommen auch im Baumarktsektor das Tankstellen-Monopol... sprich einige wenige Anbieter bestimmen dann eben auch den Preis und der wird in Kürze steigen da es nur noch 3 Ketten gibt.

  • Ich weine weder Praktiker noch Bahr hinterher. Max Bahr war mal ganz gut, doch seit der Fusion mit Praktiker der letzte Mist.

    Bauhaus und Hornbach sind das Maß der Dinge.

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