Keine Entlassungen in Deutschland geplant
Vioxx-Krise belastet deutsche Merck-Tochter

Die deutsche Tochter des US-Konzerns Merck leidet besonders stark unter dem Skandal um das Schmerzmittel Vioxx. Dennoch müssen in Deutschland keine Mitarbeiter gehen.

HB BERLIN.

Die Rücknahme des Schmerzmittels Vioxx durch den amerikanischen Pharmakonzern Merck trifft die deutsche Tochter besonders hart. Dennoch soll es nach dem Willen der Unternehmensspitze in Deutschland keine Entlassungen geben: «Wir haben von der Konzernleitung in den USA die klare Botschaft bekommen, die Vioxx-Kapazitäten voll auf unsere anderen Produkte umzulenken«, sagte der Chef der Merck-Tochter, Stefan Oschmann, der »Welt am Sonntag«, wie die Zeitung am Samstag vorab berichtete.

Das Münchener Unternehmen, das unter der Marke MSD Sharp & Dohme firmiert, erzielte mit dem Präparat rund ein Fünftel seines Umsatzes. Das entspreche etwa 600 Millionen Euro, hieß es weiter. Damit sei Deutschland von der Rücknahme stärker betroffen als der amerikanische Mutterkonzern, betonte Oschmann. Die Planung für das nächste Jahr müsse komplett neu gemacht werden. Ob in diesem Jahr in Deutschland ein Gewinn erwirtschaftet werde sei noch nicht klar. Die Kosten für die Rücknahme des Medikaments seien ebenfalls noch nicht zu beziffern, fügte der Firmenchef hinzu.

Merck hatte Vioxx Ende September vom Markt genommen, nachdem klinische Studien eine Verdoppelung von Herzattacken und Schlaganfällen nachgewiesen hatten, wenn das Präparat länger als 18 Monate eingenommen wurde. Demnach hätten schätzungsweise rund 27.800 Todesfälle verhindert werden können, wenn ein anderes Medikament verabreicht worden wäre. Merck verbuchte im vergangenen Quartal durch die Rücknahme von Vioxx einen deutlich geringeren Gewinn. Dieser sank je Aktie um rund 25 Cent.

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