Keine Erholung bei Logistik-Konzern
Krimkrise trifft schlingernden HHLA hart

Die labile Lage in Osteuropa, Bauschwierigkeiten in heimischen Gewässern, die strukturelle Krise im Containergeschäft: Etliche Einzelprobleme belasten HHLA – die Anleger müssen zurückstecken und strafen den Konzern ab.
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HamburgDer Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA stellt sich auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Wegen der Hängepartie bei der Elbvertiefung, Unsicherheiten über den Fortgang der Krim-Krise und Umwälzungen in der Containerschifffahrt seien konkrete Vorhersagen über den Geschäftsverlauf kaum möglich, sagte Konzernchef Klaus-Jürgen Peters am Donnerstag anlässlich der Präsentation der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Gewinn soll im Bereich des Vorjahres liegen. Dieses Ziel bezeichnete Peters allerdings als ehrgeizig. Im abgelaufenen Jahr hatten Kosten für die Modernisierung der Containerterminals dem Konzern einen Gewinnrückgang um 28 Prozent auf 80,4 Millionen Euro eingebrockt. An die Eigner werden deshalb nur 45 Cent je Anteilschein ausgeschüttet, 20 Cent weniger als im Vorjahr. Die trüben Aussichten verschreckten die Anleger: Die HHLA-Aktie brach um mehr als acht Prozent ein und war größter Verlierer im Kleinwerteindex SDax

Beim Containerumschlag und dem Umsatz stellte die HHLA einen leichten Anstieg in Aussicht. Das Management macht dies allerdings davon abhängig, dass die großen Linienreedereien ihre Terminals weiter wie bisher ansteuern. Bislang ist unklar, wie die neue P3-Allianz der drei führenden Containerreedereien Maersk, MSC und CMA CGM ihre Routen auf die verschiedenen Häfen verteilt. Feste Großkunden hat die HHLA mit CMA CGM und Hapag-Lloyd. Maersk hat enge Kontakte zum HHLA-Rivalen Eurogate. Erwartet wird, dass der dänische Weltmarktführer verstärkt den Tiefwasserhafen in Wilhelmhaven ansteuert, der bislang kaum genutzt wird. Die Containerriesen können den neuen Hafen rund um die Uhr anlaufen, auf der Elbe können sie wegen des großen Tiefgangs dagegen nur während der Flut fahren. Die geplante weitere Vertiefung der Elbe stockt, weil Umweltverbände vor eineinhalb Jahren dagegen vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt haben.

Als weitere Unsicherheit nannte Peters die Ereignisse in der Ukraine und mögliche Belastungen des Warenaustauschs mit Russland. Der Hamburger Hafen ist eine wichtige Drehscheibe im internationalen Handel mit Osteuropa. Derzeit ist nicht absehbar, ob Handelssanktionen erlassen werden. Sollte es dazu kommen, würden diese auch den Warenumschlag in Deutschlands größtem Hafen treffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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