„Keine Grundlage für Tarifverhandlungen“
GDL reagiert ablehnend auf Bahn-Angebot

Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn glaubt GDL-Chef Manfred Schell nicht an eine schnelle Einigung, hat am Sonntag einen Durchbruch aber nicht ausgeschlossen. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte am Samstag erklärt, die Bahn habe eine Tariferhöhung zwischen acht und 13 Prozent angeboten. Die Kernforderung der Lokführer-Gewerkschaft will er aber offenbar nicht erfüllen.

HB BERLIN. Die „Bild am Sonntag“ zitierte in einem Vorabbericht aus einem Brief, den Schell nach seinen jüngsten Gesprächen mit Mehdorn an Verkehrspolitiker geschrieben habe. Über sein mehrstündiges Treffen mit Mehdorn am Mittwoch berichtete Schell demnach, der Bahnchef habe unmissverständlich klargestellt, dass er der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) keinen eigenständigen Tarifvertrag zuerkennen wolle.

Mehdorn hatte am Samstag auf eine entsprechende Frage gesagt: „Nein, das ist nicht Gegenstand des Angebots.“ Ein Abschluss mit den Lokführern müsse sich konfliktfrei in ein einheitliches Tarifwerk bei der Bahn einfügen.

„Unter dieser Voraussetzung ist damit aus unserer Sicht die Grundlage für Tarifverhandlungen entzogen“, zitierte die Zeitung aus dem Schreiben Schells. Der GDL-Chef habe die Politiker gebeten, einen „Beitrag zur Verhinderung einer erneuten Eskalation des Tarifkonfliktes“ zu leisten.

Auch der Frankfurter Bezirksvorsitzende der GDL, Alfred Schumann, will dem neuen Tarifangebot in der von Bahnchef Hartmut Mehdorn beschriebenen Form nicht zustimmen. Das sagte Schumann am Sonntag HR-Info, wie der Nachrichtensender des Hessischen Rundfunks berichtete. „Der eigenständige Tarifvertrag für Lokomotivführer bleibt für uns Kernforderung und Bedingung für Verhandlungen“, sagte Schumann, der als Bezirksvorsitzender dem Hauptvorstand der Lokführergewerkschaft angehört.

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