Keine Kündigungen bis 2010
Transnet verlangt vor Bahn-Börsengang langfristige Beschäftigungs-Garantie

Die Gewerkschaft Transnet stimmt einem Börsengang der Bahn nur zu, wenn es bis 2010 keine Kündigungen gibt. Außerdem dürfe nur eine Minderheit der Bahnanteile an die Börse gebracht werden.

HB BERLIN. Die Eisenbahn-Gewerkschaft Transnet macht ihre Zustimmung zu einem Börsengang der Deutschen Bahn von zwei Bedingungen abhängig: Die Mitarbeiter brauchen eine Beschäftigungszusage bis zum Jahr 2010, sagte Transnet-Chef Norbert Hansen dem Berliner «Tagesspiegel» von Sonntag. Außerdem müsse der Bund die Mehrheit an der Bahn behalten.

Die Bahn solle demnach nur mit einem Minderheitsanteil und in ihrer heutigen Struktur an die Börse gehen. Hansen lehnt eine Herauslösung der Netzinfrastruktur aus dem Bahnvermögen ab. Transnet wolle verhindern, dass ein Investor nach dem Börsengang über Personalabbau die Rendite zu steigern versucht, sagte Hansen weiter.

Gleichwohl hält Hansen ein Börsendebüt im Augenblick ohnehin für unabsehbar: «Ich bin nach wie vor nicht der Meinung, dass es die derzeitigen Ergebnisse und erkennbaren Ertragschancen erlauben werden, ein Börsendebüt zu wagen», sagte Hansen der Zeitung weiter. Würde die Bahn zu schnell privatisiert, könnte ein Investor zudem verlangen, die Bahn solle sich auf profitable Bereiche konzentrieren, sagte Hansen weiter.

Um die Rentabilität der Bahn zu steigern, müsse der Umsatz durch die Erschließung neuer Märkte gesteigert werden: «Jeder zweite Mensch in Deutschland ist noch nie mit der Bahn gefahren – ein gewaltiges Potenzial», sagte Hansen. Außerdem werde der Güterverkehr nach der EU-Osterweiterung kräftig steigen. «Davon könnte die Bahn profitieren.» Weil die Bahn aber unterfinanziert sei und unter Kostendruck stehe, schränke sie ihr Angebot im Güter- und Personenverkehr stattdessen ein.

Ein Investor müsse aber akzeptieren, dass «die Frage des Angebots auch immer eine politische Komponente enthält». Die Ziele der Bahnreform müssten darum auch nach einem Börsengang gelten.

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