Keine Policen mehr "zu vernünftigen Preisen"
Tui und Thomas Cook nicht mehr gegen Terror versichert

Der Reiseveranstalter Tui ist nicht mehr gegen Terrorfolgen versichert, weil Policen nicht mehr zu vernünftigen Preisen zu haben seien. Thomas Cook nahmen ihre Behauptung, noch versichert zu sein, am Abend wieder zurück.

HB BERLIN. Der Reisekonzern Tui hat keinen Versicherungsschutz mehr, wenn Kunden nach Terroranschlägen Schadenersatz verlangen. Ein Sprecher des Unternehmens räumte gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» (SZ) ein, seit 2002 bei europäischen Versicherern keine solche Deckung mehr zu bekommen – zumindest «nicht mehr zu vernünftigen Preisen». Tui verzichte deshalb auf solche Versicherungen und müsse im Schadenfall selbst den Kunden auszahlen.

Im April 2002 hatte es einen Terroranschlag auf der Ferieninsel Djerba gegeben. Mögliche Schadenersatzzahlungen von klagenden Djerba-Opfern seien aber noch versichert. «Damals waren die Prämien noch nicht so extrem hoch wie heute», sagte der Tui-Sprecher.

Derzeit läuft gegen Tui eine Klage von Eltern eines Jungen, der bei den Anschlägen auf der nordafrikanischen Insel verletzt wurde. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, seine Sorgfaltspflichten verletzt und keine Sicherheitswarnung ausgegeben zu haben. Reisende seie nicht über Gefahren informiert worden.

Der zu KarstadtQuelle und zur Lufthansa gehörende Touristikkonzern Thomas Cook sagte der «SZ» zunächst, «gegen Risiken der gesetzlichen Haftpflicht versichert» zu sein – und dazu gehöre auch der Schutz gegen Terrorfolgen. Am Freitagabend distanzierte sich das Unternehmen jedoch von seiner Aussage und räumte ein, keine Versicherungsdeckung im Falle von terroristischen Anschlägen zu haben. Entsprechende Versicherungsangebote stünden am deutschen Markt derzeit nicht zur Verfügung, teilte das Unternehmen in Oberursel mit.

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