Keine Warenhaus-Fusion

Kaufhof erteilt Allianz mit Karstadt eine Absage

Es wird keine deutsche Warenhaus AG aus Kaufhof und Karstadt geben – zumindest nicht nach dem Willen des Kaufhof-Chefs. Der sieht den Wettbewerb mit Amazon und Zalando als viel entscheidender an.
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Die Modernisierung der Kaufhaus-Kette und der Ausbau des Online-Geschäfts stehend derzeit oben auf der Agenda. Quelle: dpa
Kaufhof

Die Modernisierung der Kaufhaus-Kette und der Ausbau des Online-Geschäfts stehend derzeit oben auf der Agenda.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Warenhauskette Kaufhof hat Spekulationen um eine deutsche Warenhausallianz mit dem Konkurrenten Karstadt endgültig vom Tisch gewischt. „Unser Ziel ist nicht eine deutsche Warenhaus AG”, sagte Kaufhof-Chef Olivier Van den Bossche vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf. Die Warenhausallianz sei ein Thema der Vergangenheit. Die aktuelle Herausforderung sei der Wettbewerb durch Internet-Händler wie Amazon oder Zalando : „Das ist heute wichtiger als eine Warenhausallianz.”

Kaufhof war im Oktober 2015 nach einem langen Poker vom damaligen Eigner Metro an den nordamerikanischen Handelskonzern Hudson's Bay verkauft worden. Karstadt-Eigner Rene Benko zog damals den Kürzeren – seine Signa Holding hatte ebenfalls Interesse an einer Kaufhof-Übernahme.

Diese Einzelhändler scheiterten in Deutschland
Verkauf von Kaufhof
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Der Deal ist durch: Nach wochenlangen intensiven Verhandlungen haben sich die Metro und der kanadische Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company auf einen Verkauf von Kaufhof geeinigt. Nach den Erfahrungen mit dem deutsch-amerikanischer Nicolas Berggruen, früher Eigentümer von Karstadt, herrscht Skepsis mit Blick auf einen ausländischen Investor, der den deutschen Markt nicht kennt. Vor allem das Geschäft mit Warenhäusern, von denen es in Deutschlands Innenstädten nur noch Karstadt und Kaufhof gibt, gilt als schwierig.

Spezielle Verhältnisse in Deutschland
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Zwar bescheinigen Verhandlungskreise Richard Baker, dem Eigentümer von Hudson´s Bay Company, und seinem Management, dass sie sehr gut über die speziellen Verhältnisse in Deutschland informiert sind und professionell auftreten. Aber es gibt eine Reihe von erfolgreichen ausländischen Einzelhändlern, die in der Vergangenheit auf dem hart umkämpften deutschen Markt scheiterten.

Wal-Mart gab auf
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Nach acht Jahren in den roten Zahlen gab Wal-Mart 2006 in Deutschland auf. Trotz weltweiter Erfolge war es dem US-Handelskonzern nicht gelungen, sich gegen die starke Konkurrenz der Discounter durchzusetzen. Der Markteintritt sorgte für viele Spekulationen. So dachte man, Wal-Mart könnte die Metro AG schlucken und damit über Nacht zum Branchenprimus werden. Doch es kam anders.

Wal-Mart-Konzept griff nicht
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Sein verlustreiches Deutschlandgeschäft gab der US-Konzern nämlich schließlich an den Konkurrenten Metro ab. Der führende deutsche Handelskonzern übernahm 85 Filialen. Wal-Mart sei nie richtig in Deutschland angekommen, hieß es später in Branchenkreisen. Das Konzept von Wal-Mart griff nicht, die Konzernführung räumte ein, die Schwierigkeiten im hart umkämpften deutschen Markt unterschätzt zu haben.

Marks & Spencer überlebte nicht
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Die britische Kette Marks & Spencer versuchte gleich mehrfach, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Mode traf offenbar den Geschmack der Deutschen nicht – und wurde zum Ladenhüter. 2001 zog das Unternehmen einen Schlussstrich und schloss nicht nur die Geschäfte in Deutschland, sondern auf dem gesamten europäischen Festland. Insgesamt wurden 38 Filialen geschlossen. Die Verluste in den deutschen Filialen waren besonders hoch und machten dem Konzern schwer zu schaffen.

Rückkehr nur Online
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Es dauerte rund zehn Jahre, bis sich Marks & Spencer von dem Flop bei der Expansion erholt hatte. 2012 kam der Modehändler wieder nach Deutschland – die Produkte gab es dieses Mal allerdings nur noch online. Die Briten wollten sich diesmal eine Eigenart zu nutze machen: Deutsche kaufen gerne bequem und billig ein.

Delhaize setzte sich im deutschen Markt nicht durch
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2003 wollte die belgische Delhaize Group (Archivbild) in Deutschland durchstarten. Insgesamt gab es vier Delhaize-Märkte, doch die Filialen in Köln und Aachen waren nicht rentabel. 2008 machten sie nach Delhaize-Angaben einen Umsatz von 19,5 Millionen Euro, schrieben dabei aber einen „leichten Verlust“. Weniger später gab Delhaize bekannt, dass die Filialen verkauft werden sollen.

Kaufhof gehe unter dem neuen Eigner die Modernisierung seiner Warenhäuser an und baue das Online-Geschäft aus, sagte Van den Bossche. Binnen fünf bis sieben Jahren solle rund eine Milliarde Euro investiert werden. Anders als unter dem Metro-Dach sei Kaufhof für Hudson's Bay nun Kerngeschäft. Die Warenhauskette erhalte dadurch auch leichter Zugriff auf neue Marken. Kaufhof wolle dabei aber nicht mit Nobel-Marken punkten: „Wir wollen nicht in das Premium-Segment. Wir sind das Haus für alle Kunden.”

Mit dem Start ins wichtige Weihnachtsgeschäft ist Kaufhof zufrieden. „Das Weihnachtsgeschäft ist sehr gut angelaufen”, sagte Van den Bossche. Auch das Geschäft am aus den USA übernommenen „Black Friday” sei gut gewesen. An dem Freitag nach dem US-Feiertag Thanksgiving locken die Händler die Kunden mit besonderen Angeboten und läuten das Weihnachtsgeschäfts ein.

  • rtr
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