Keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken
Tchibo schielt auf Beiersdorf-Mehrheit

Die EU-Kommission hat dem Kaffee- und Handelsunternehmen Tchibo den Kauf der Beiersdorf-Anteile vom Allfinanzkonzern Allianz genehmigt. Jetzt wird der Kaffeeröster möglicherweise noch seine Anteile an dem Nivea-Hersteller vorübergehend auf eine Mehrheit aufstocken.

HB HAMBURG/BRÜSSEL. Tchibo habe die Möglichkeit, zusätzlich zu den in seinem Besitz liegenden 49,9 % an Beiersdorf weitere 0,5 % aus dem Besitz der Familie Claussen zu übernehmen, sagte ein Firmensprecher am Mittwoch. „Dies ist eine Option. Darüber ist noch nicht entschieden“, sagte der Sprecher. Eine Entscheidung stehe 2004 an.

Das kleinere Anteilspaket könnte im nächsten Jahr erworben werden, solle gegebenenfalls aber nicht dauerhaft gehalten werden. Vielmehr werde erwogen, die Aktien mit Blick auf die angestrebte Aufnahme von Beiersdorf in den Deutschen Aktienindex an einen Investor weiter zu reichen, sagte der Sprecher.

Der Münchener Allfinanzkonzern Allianz hatte im Oktober mitgeteilt, das er 40 % an Beiersdorf für durchschnittlich 130 € je Anteilsschein - also fast 4,4 Mrd. € - an ein Konsortium um Tchibo verkauft hat und selbst nur noch 3,6 % als Finanzanlage behält. Tchibo konnte dadurch seine Beteiligung an dem Kosmetikhersteller von bisher gut 30 % auf knapp unter 50 % aufstocken. Weitere zehn Prozent wurden bei einer städtischen Beteiligungsgesellschaft geparkt, die die Anteile später weiter reichen will. Beiersdorf selbst will im Rahmen eines geplanten Aktienrückkaufprogramms ebenfalls eigene Anteile erwerben.

Zu einem Streit war es vorübergehend mit den Nachfahren des Beiersdorf-Gründers Oskar Troplowitz gekommen, weil sich die Familie Claussen auf Verträge berief, wonach sie ihre Anteile einem Käufer zum gleichen Kurs andienen kann wie die Allianz. Aus dem Besitz der Familie, deren Mitglieder insgesamt zehn Prozent an Beiersdorf halten, stammen jene 0,5 %, die Tchibo jetzt zusätzlich übernimmt.

Die EU-Kommission genehmigte unterdessen die Beiersdorf-Übernahme durch Tchibo. Es gebe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken dagegen, teilte die Kommission in Brüssel mit.

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