Kenvelo hat sich überhoben
Jean Pascale schon wieder insolvent

Das Modeunternehmen Jean Pascale bringt seinen Eigentümern kein Glück. Nach bewegten Jahren wollte der tschechische Konzern Kenvelo nach der Übernahme die Filialkette wieder in die roten Zahlen hieven. Erfolglos - nun ist auch die Mutter Pleite.

HB NORDERSTEDT/DÜSSELDORF. Das Modeunternehmen Kenvelo AG, bekannt durch die Filialkette Jean Pascale mit den Marken „JP“ und „Camera“, ist zahlungsunfähig. Die Firma beantragte am Montag beim Amtsgericht Norderstedt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das Unternehmen beschäftigt 2 600 Mitarbeiter und betreibt in Deutschland 165 Geschäfte. Ob die deutsche Kenvelo zu retten ist, gilt unter Experten als fraglich, nachdem bereits mehrere erfahrene Unternehmer sich erfolglos um die Sanierung von Jean Pascale bemüht haben. Die Handelskette schreibt seit Jahren rote Zahlen. Besitzer sind die tschechische Kenvelo-Gruppe und die Marbert AG in Düsseldorf, die in italienischer Hand liegt.

Die tschechische Kenvelo hatte erst vor knapp einem Jahr die Mehrheit an der Jean Pascale AG übernommen und das Unternehmen dann ebenfalls in Kenvelo umbenannt. Der international tätige Textilunternehmer Dany Himi sollte das Unternehmen wieder profitabel machen. „Das hat sich als unmöglich erwiesen“, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Ursachen seien die Schwäche der Marke Jean Pascale, der harte Wettbewerb auf dem Markt für Bekleidung, die andauernde Abschwächung der deutschen Wirtschaft, zunehmende Arbeitslosigkeit und die nachlassende Kaufkraft der Kunden.

Jean Pascale hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Einst von zwei Brüdern als billiger Jeans-Laden gegründet, gehörte das Unternehmen zeitweise zum mittlerweile ebenfalls untergegangenen Wünsche-Konzern und später zu 98 Prozent zu Marbert. Deren Chef Piofrancesco Borghetti führte Jean Pascale mehrere Jahre lang, ohne die Gewinnzone zu erreichen. Nach den letzten vorliegenden Daten aus dem Jahr 2002 verbuchte Jean Pascale bei einem Umsatz von 129 Millionen Euro einen Vorsteuerverlust von 48 Millionen Euro.

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