Kerosinkosten und Konjunkturflaute belasten
Easyjet rechnet mit Gewinnrückgang

Der Billigflieger Easyjet erwartet angesichts der trüberen Wirtschaftsaussichten und hoher Kerosinkosten im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang. Konzernchef Harrison rechnet damit, dass die gesamte Branche in eine Krise geraten wird und kleinere Airlines vom Markt verschwinden.

HB DÜSSELDORF. Easyjet-Chef Andy Harrison fand bei seinem Besuch in Berlin offene Worte: „Wir werden weniger Gewinn machen wegen der Treibstoffkosten“. Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr hatte die britische Fluggesellschaft einen Vorsteuergewinn von umgerechnet 138 bis 150 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Zahlen liegen noch nicht vor.

Die hohen Treibstoffkosten dürften nach Einschätzung von Harrison der gesamten Branche in Europa zu schaffen machen. „Die Kerosinrechnung wird im kommenden Jahr höher ausfallen“, sagte der Manager. Grund dafür sei auch der steigende Dollarkurs. Bislang hatte die im Vergleich zum Euro schwache US-Währung den Preisanstieg des in Dollar gehandelten Rohstoffs für europäische Fluggesellschaften abgefedert.

Zudem müsse die Luftfahrtindustrie angesichts der schwächelnden Konjunktur mit einem Nachfragerückgang rechnen. Um dem zu begegnen, fahren die Fluggesellschaften ihre Kapazitäten im Winter nach Einschätzung von Easyjet um rund acht bis zehn Prozent zurück.

Zuletzt hatten vor allem die traditionsreichen nationalen Airlines wie Air France-KLM unter der Zurückhaltung ihrer Kunden gelitten. Auch Lufthansa verzeichnete erste Buchungsrückgänge, während Billigflieger wie Ryanair und easyJet noch zweistellige Wachstumsraten meldeten. Sie hatten ihre Preise in den vergangenen Monaten weitgehend unverändert gelassen, während die herkömmliche Konkurrenz die Preise nach und nach anhob, um die Erlöse trotz steigender Treibstoffkosten stabil zu halten.

Easyjet will dennoch an seinem Wachstumskurs festhalten. Es gebe keine Pläne, bereits georderte Flugzeuge abzubestellen, sagte Harrison. Bis 2011 will Easyjet die Flotte auf 200 von 165 Flugzeugen aufstocken.

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