KfW platziert Aktien
Post AG nun keine Staatsfirma mehr

Die Deutsche Post AG befindet sich nicht länger mehrheitlich in Staatsbesitz: Die staatliche Förderbank KfW platzierte Aktien des Unternehmens im Wert von 2,08 Mrd. Euro bei institutionellen Anlegern. Damit liegt der Streubesitz nun erstmals über 50 %.

HB FRANKFURT/BONN. Bei der Platzierung sei der Preis je Aktie mit 18,90 Euro festgelegt worden, teilte die KfW am Dienstag in Frankfurt mit. Am Montagabend war das Papier zum Preis von 19,12 Euro aus dem Handel gegangen. Zusätzlich sei dem von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und UBS geführten Bankenkonsortium eine Mehrzuteilungsoption in Höhe von 15 % der Transaktion garantiert worden, gab die KfW bekannt. Diese könne bis zum 14. Juli ausgeübt werden.

Im Anschluss an die Transaktion hält die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) noch 432,8 Mill. Aktien der Deutschen Post - zuvor waren es 542,8 Mill. Papiere. Sollte die Mehrzuteilungsoption voll ausgeübt werden, ergäbe sich sogar eine Reduzierung auf 416,3 Mill. Anteilsscheine. In diesem Fall würde sich der bei der KfW geparkte Post-Anteil auf 37,4 % von bislang 48,8 % verringern. Zugleich ergibt sich im Maximalfall ein Streubesitz von 55,3 %. Zuletzt hatte der so genannte Free-Float 44 % betragen.

Durch den Verkauf der Aktien rechnet der Bund mit zusätzlichen Einnahmen von bis zu einer Milliarde Euro. Sie sollen nach Worten eines Sprechers von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) noch im laufenden Haushalt verbucht werden.

Die Post war vor fünf Jahren an die Börse gegangen. Post-Chef Klaus Zumwinkel betonte, der Anstieg des Streubesitzes bringe der Post mehrere Vorteile. So steige etwa die Gewichtung der Aktie in Indizes auf Grund der gestiegenen Liquidität. Auch sei zu erwarten, dass verstärkt internationale Investoren Interesse an den Post-Papieren zeigen.

Zumwinkel unterstrich, er hoffe, dass auch die restlichen von der KfW und vom Bund gehaltenen Aktien bis zur völligen Liberalisierung des deutschen Briefmarktes am Aktienmarkt platziert würden. Das Briefmonopol des ehemaligen Staatsunternehmens soll nach derzeitiger Planung Ende 2007 auslaufen.

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