Kinder des Firmengründers kaufen Marke
Wienerwald soll zum Phönix aus der Asche werden

Der Traditionsname Wienerwald soll bald wieder in aller Munde sein. Rund fünf Jahrzehnte nach der Gründung der ersten großen Schnellrestaurantkette durch Friedrich Jahn wollen die Kinder des „Hendl-Königs“ die Hähnchenbraterei wieder neu beleben.

HB MÜNCHEN. Nach zwei Insolvenzen in den vergangenen vier Jahren kauften sie dem Insolvenzverwalter die Marke Wienerwald ab und übernehmen damit wieder selbst das Ruder. „Wienerwald sollte nicht verschachert werden“, sagt der Schwiegersohn des 1998 gestorbenen Jahn, Günter Steinberg, der als Wirt des weltberühmten Hofbräu-Zelts auf dem Oktoberfest zu den Gastronomie-Größen Münchens zählt. Mit einem moderneren Konzept soll Wienerwald nun fit gemacht werden für den Wettstreit mit McDonalds und Co.

Mit dem alten Slogan „Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald“ können die Jugendlichen heut zu Tage nicht mehr viel anfangen. In den 60er und 70er Jahren feierte Firmengründer Jahn damit große Erfolge. Der gelernte Koch startete seine Karriere 1955 im Münchner Stadtteil Schwabing mit der kleinen Wirtschaft „Linzer Stüberl“.

Als Hühnerfleisch aus den USA besonders billig angeboten wurde, erkannte Jahn die lukrative Marktlücke: Aus dem „Stüberl“ wurde der erste Wienerwald. Rasant folgten hunderte weiterer Hähnchen- Restaurants in österreichisch angehauchtem Landstil. Lange vor dem Erfolg der US-Fast-Food-Ketten hier zu Lande bot Jahn den Deutschen Gerichte zum Mitnehmen frisch vom Grill.

Nach der Geflügelpest war der Ofen aus

Mit der Idee machte der Großgastronom in ganz Europa gute Geschäfte und kam in seinen besten Zeiten mit mehr als 1 500 Betrieben auf Milliardenumsätze. Der Konzern wuchs zu einem internationalen Netz aus Gaststätten, Touristikunternehmen (Jahn-Reisen) und Hotels an. Spätestens mit der Expansion in die USA aber geriet Jahns Imperium ins Wanken. Der findige Unternehmer musste 1982 Vergleich anmelden.

Danach kam Wienerwald unter wechselnden Besitzern nicht mehr richtig auf die Beine. Nach einem Umsatzeinbruch durch die Geflügelpest war 2003 erst einmal der Ofen aus: Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Danach stieg ein Finanzinvestor ein, konnte die Wende aber auch nicht schaffen. Als vor wenigen Wochen wieder Insolvenzantrag gestellt wurde, platzte Jahns Nachfahren endgültig der Kragen.

„Die Insolvenzen haben dem Namen geschadet“, sagt Steinberg. Seine Frau Margot, die Tochter von Jahn, schloss sich daraufhin mit ihrer Schwester Evelyn Peitzner zusammen und trat in Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter. Mit vereinten Kräften arbeiten sie nun an einem neuen Konzept für Wienerwald. Erfahrungen in der Gastronomie haben sie reichlich: Das Ehepaar Steinberg betreibt bereits neben dem Hofbräuhaus-Zelt auf dem Oktoberfest mehrere Wienerwald-Restaurants und den Münchner Hofbräu-Keller.

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