KKR-Finanzierung für Alliance Boots wird teurer
Kreditprobleme für Private Equity spitzen sich zu

Die Finanzierungsprobleme für Private-Equity-Gesellschaften verschärfen sich weiter. Die Beteiligungsgesellschaft KKR und ihre Banken mussten die Verhandlungen über eine Kreditlinie über neun Mrd. Pfund zur Übernahme der britischen Drogeriekette Alliance Boots bis in diese Woche verlängern, weil nach den Verwerfungen an den internationalen Kreditmärkten die Nachfrage der Investoren zu den ursprünglich anvisierten Konditionen nicht ausreicht. Die Geldgeber fordern mittlerweile höhere Risikoaufschläge. Die Transaktion gilt als wichtiger Testfall für den angeschlagenen Markt für Übernahmefinanzierungen.

LONDON. Nach Informationen aus Finanzkreisen fordern die Investoren mehr als 150 Mill. Pfund an zusätzlichen Zinszahlungen. Insgesamt könnte sich die Finanzierung für KKR um etwa 230 bis 250 Mill. Pfund verteuern. Der Risikoaufschlag gegenüber sicheren Anlagen soll von 2,75 Prozent auf drei Prozent steigen. Außerdem fordern die Investoren einen Abschlag von einem Prozent auf den Nennwert der Kredite.

Die insgesamt elf Mrd. Pfund schwere Übernahme von Alliance Boots ist die bislang größte kreditfinanzierte Überahme durch Beteiligungsgesellschaften in Europa. Neben der italienischen Unicredito und der US-Bank JP Morgan ist auch die Deutsche Bank verantwortlich für die Arrangierung der Kredite.

Die Probleme von KKR das Geld für die Übernahme von Alliance Boots zusammen zu bekommen, werten Experten als schlechtes Omen für weitere Übernahmefinanzierungen. Nach Schätzungen von Analysten stehen derzeit Private-Equity-Übernahmen im Wert von 500 Mill. Dollar zur Finanzierung an, dabei geht es um Kredite über rund 300 Mill. Dollar. Zu den Transaktionen,deren Finanzierung noch nicht endgütig geregelt ist, zählt beispielsweise der Kauf der Hotelkette Blackstone für 26 Mrd. Dollar duch den Finanzinvestor Blackstone und die Übernahme des US-Energiekonzerns TXU durch KKR mit dem Rekordwert von 43 Mrd. Dollar.

Zuletzt mussten Beteiligungsgesellschaften eine ganze Reihe geplanter Finanzierungen mangels Nachfrage zurückziehen, nachdem sie noch wenige Monate zuvor augesprochen lukrative Konditionen für Übernahmekredite durchsetzen konnten. Noch im Frühjahr war der Wettbewerb unter den Banken so hart, dass sie in einigen Fällen auf die üblichen Sicherungsklauseln für die Darlehen verzichteten, um an lukrative Mandate zu kommen. Doch seither hat sich die Risikoeinstellung der Investoren radikal geändert.

Unmittelbarer Auslöser der Probleme ist die Krise am Markt für riskante US-Hypotheken, die immer weitere Kreise zieht. Aus Angst vor der Ansteckung weiterer Märkte flüchten die Investoren in sichere Anlagen wie Staatsanleihen. Darunter leiden Aktien und riskantere Anleihen und Kredite. Auch vor dem Wochenende hielt die Flucht in die Qualität an. In den USA und Europa gaben die Aktienmärkte durch die Bank nach, während die Renditen für Staatsanleihe auf den niedrigsen Stand seit einem Monat fielen.

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