Klage auf Schadenersatz
Neuer Streit bei Kaffeekonzern Tchibo

Unter den Anteilseignern des Hamburger Kaffee- und Kosmetikimperiums Tchibo droht eine juristische Auseinandersetzung. Miteigentümer Joachim Herz fordert Schadenersatz in Millionenhöhe. Grund ist eine Sonderdividende, die Tchibo 2003 ausschüttete.

lip HAMBURG. Der Tchibo-Aktionär Joachim Herz will gegen die beiden Tchibo-Anteilseignern Michael und Wolfgang Herz sowie den Aufsichtsratschef Reinhard Pöllath Schadenersatzklagen in Millionenhöhe erheben. „Die Klagen werden wohl in den nächsten Wochen eingereicht“, betonte Joachim Herz. Er ist mit knapp 15 Prozent an der Tchibo Holding beteiligt.

Als Grund nennt Herz, dass dem Kaffeekonzern vor vier Jahren durch die Zahlung einer milliardenschweren Sonderdividende an die beiden Geschwister Günter und Daniela Herz erhebliche liquide Mittel entzogen wurden. Damit fehlte dem Hamburger Familienunternehmen der finanzielle Spielraum, um notwendige Investitionen vorzunehmen.

Tchibo hatte Reemtsma im März 2002 an den britischen Zigarettenmulti Imperial Tobacco für rund sechs Mrd. Euro veräußert. Mit dem Geld war es den Tchibo-Miteigentümern Michael Herz und Wolfgang Herz möglich, nach einer jahrelangen Familienfehde im Sommer 2003 den Geschwistern Günter und Daniela Herz ihre 40-prozentige Beteiligung abzukaufen. Sie erhielten hierfür rund vier Mrd. Euro in Form einer Sonderdividende. Mit einem Teil des Geldes stieg Günter Herz bei dem Sportartikelhersteller Puma ein.

Ein Sprecher von Tchibo lehnte jede Stellungnahme zum Streit in der Herz-Familie ab.

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