Klage gegen Budweiser: Amerikanisches Bier mit Wasser gestreckt?

Klage gegen BudweiserAmerikanisches Bier mit Wasser gestreckt?

Verbraucher in den USA pochen darauf, vom Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev getäuscht worden zu sein. So sei Budweiser mit Wasser gestreckt und der Alkohol-Gehalt geringer als angegeben. Die Kläger fordern Millionen.
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Los AngelesWegen des angeblichen Verdünnens von Bier ist in den USA eine Verbraucherklage gegen den weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev eingegangen. Wie die Anwälte der Kläger am Dienstag mitteilten, wird dem Brauer zur Last gelegt, Budweiser-Bier und andere alkoholische Getränke mit Wasser gestreckt zu haben, um höhere Profite zu erzielen. Auf den Etiketten sei ein falscher Alkohol-Gehalt ausgewiesen worden. Anheuser wies die Vorwürfe zurück.

Sie fordern fünf Millionen Dollar. Eine Klage sei bereits am Freitag an einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht worden, sagten die Anwälte (Verfahrensnummer 13-828 in San Francisco). Weitere Klagen sollten noch in dieser Woche folgen. Der Tipp über die falschen Informationen auf den Etiketten sei von ehemaligen Angestellten des Konzerns in den USA gekommen. Einige hochrangige Anheuser-Mitarbeiter hätten zudem bestätigt, dass es zur Unternehmenspolitik gehöre, Premiummarken mit Wasser zu verlängern.

„Ich denke, ein Konzern sollte seine treuen Kunden nicht belügen“, erklärte eine der Kläger, Nina Giampoli, laut einer von der Anwaltskanzlei Mills Law veröffentlichten Pressemitteilung. „Ich fühle mich betrogen. Egal welches Produkt - man sollte sich auf die Informationen auf dem Etikett verlassen können.“ Mills Law reichte die Klage bereits am Freitag bei einem Gericht in San Francisco ein. Darin heißt es, Anheuser-Busch habe nicht nur Budweiser mit laut Etikett fünf Prozent Alkohol verwässert, sondern auch die Sorten Bud Ice, Bud Light Platinum und Michelob.

Anheuser-Busch wies die Anschuldigungen zurück. Sie seien „vollkommen falsch und grundlos“. Manager Peter Kremer erklärte, der Konzern halte sich exakt an die Kennzeichnungs-Vorschriften für alkoholische Getränke. Anheuser-Busch braue auf „höchstem Standard“ – und das habe seine Biere zu den bestverkauften in den USA und auf der ganzen Welt gemacht.

Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit einem schwachen Start in seinen wichtigen Absatzmärkten USA und Brasilien. In den Vereinigten Staaten drücke der harte Winter auf die Nachfrage, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zugleich hätten die Verbraucher weniger Geld in der Tasche. In Brasilien mache sich unter anderem das feuchte Wetter bemerkbar. Im gesamten Jahr rechnet Anheuser in Brasilien aber mit einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Aktie des Konzerns tendierte kurz nach Handelsstart knapp ein Prozent im Minus.

Im Schlussquartal 2012 stieg das Ergebnis im Kerngeschäft (Ebitda) vergleichbar gerechnet um knapp zehn Prozent auf 4,39 Milliarden Dollar, lag damit aber knapp unter den Erwartungen von Analysten. Vor einer Woche hatte sich der niederländische Brauerein-Konzern Heineken trotz des gesunkenen Bier-Absatz in den durch die Schuldenkrise gebeutelten europäischen Ländern optimistisch für 2013 gezeigt. Das Wachstum in Afrika, Lateinamerika und in asiatischen Ländern soll beim weltweit drittgrößten Brauer für Ausgleich sorgen.

In Deutschland ist der Brauer mit den Marken Beck's, Hasseröder und Löwenbräu vertreten. Er hat seinen Hauptsitz in Belgien.

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  • American beer is like sex in a canoe - fucking close to water.

    Offensichtlich stimmt der alte Spruch :-)

  • Als fränkischer Entwicklungshelfer in Bayern kenne ich das Problem. Aber zum Glück komme ich regelmäßig in die alte Heimat und kann deshalb fränkisches Landbier importieren.

    Kommentar einer langjährigen bayerischen Wirtin dazu: "Mei, war des guat!"

  • Mich erinnert dieses Thema fatal an die aktuelle Diskussion über Pferdefleisch im Rinderwahn. Wer jemals Bud getrunken hat weiss, dass das Zufügen von Trinkwasser unmittelbar vor dem Abfüllen dieses Bier auf- statt abwertet.

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