„Klare Kampfansage“
Lufthansa will Stundenlöhne kürzen

Die Lufthansa will die Stundenlöhne ihrer 33 000 Beschäftigten kürzen. Damit spitzen sich die Tarifgespräche mit der Gewerkschaft Verdi weiter zu. Die sieht die Forderungen als Kampfansage.
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FrankfurtIn ihren Tarifgesprächen für 33.000 Beschäftigte mit der Gewerkschaft Verdi will die Lufthansa die Stundenlöhne kürzen. „Wir können nicht über Gehaltssteigerungen reden, wenn wir gleichzeitig wissen, dass Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz bei Lufthansa verlieren werden“, zitierte das Mitarbeitermagazin „Lufthanseat“ den Lufthansa-Arbeitsdirektor Stefan Lauer am Montag. Angesichts sinkender Gewinne, Stellenabbau und Standortschließungen wolle die Lufthansa eine zweijährige Nullrunde durchsetzen. Dazu sollen die Mitarbeiter wöchentlich eine Stunde mehr arbeiten, wodurch die Stundenlöhne sinken würden.

Ein Verdi-Sprecher bezeichnete die Lufthansa-Forderungen als „klare Kampfansage an die Beschäftigten“. Dagegen werde sich die Gewerkschaft mit allen verfügbaren Kräften wehren. „Die Empörung unter den Mitarbeitern ist nach der Kampfansage durch Herrn Lauer und den Konzernvorstand groß.“ Derzeit seien keine Streiks geplant, allerdings gelte auch nicht die Friedenspflicht.

In der ersten Runde Ende Februar hatte Verdi 5,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Daneben will die Gewerkschaft Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen erhalten. Verhandelt wird über die Gehälter der Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, der Catering-Tochter LSG, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden. Die Tarifverhandlungen sollen am 22. März fortgesetzt werden.

Konzernchef Christoph Franz hatte Deutschlands größter Fluggesellschaft vor einem Jahr ein umfangreiches Sparprogramm verordnet, dem Tausende Jobs zum Opfer fallen und mit dem das operative Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro gesteigert werden soll. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg: Im vergangenen Jahr brach der operative Gewinn um ein Drittel auf 524 Millionen Euro ein. Da zudem neue Flugzeugbestellungen im Wert von Milliarden anstehen, strich die Lufthansa den Aktionären die Dividende.

Die Stewards und Stewardessen der Lufthansa hatten im Herbst noch einen fast vierprozentigen Gehaltsaufschlag für sich durchgesetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Klare Kampfansage“: Lufthansa will Stundenlöhne kürzen"

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  • Lufthansamitarbeiter wil man das Gehalt kürzen? Warum erhalten Sie nicht das Gehalt eines BER-Berater, Hr. Bender = 4000 Euro je Tag + zus. bez. Mitarbeiter des Hr. Bender?

  • @Stärke: niedrige Leasingraten -> Korrektur!!!
    Selbstverständlich haben MIetkuafraten Einfluß auf das Betriebsergebnis!!
    -> in diesem Fall wird das Flugeug in der Bilanz aktiviert (-> Abschreibung)
    UND der in den Mietkaufraten enthaltene Zinsanteil ist voll als Betriebsausgabe abzusetzen!!

  • Eine kleine Korrektur Ihres Artikels. Die Stewardessen und Stewards habe bei weitem keine Gehaltserhöhung erhalten. Sofort im Januar wurde die "Solidaritäts Kurzarbeit" eingeführt. Damit habe die Stewardessen und Stewards eine Gehaltskürzung bekommen. Die Gewerkschaft UFO und Herr Franz haben somit die Flugbegleiter rein gelegt, wie auch Sie auf die angebliche Gehaltserhöhung herein gefallen sind.

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