Kleinere Anbieter wie Plus und Norma legen zu
Aldi und Lidl verlieren Kunden an Konkurrenz

Im deutschen Discounthandel verlieren die Platzhirsche Aldi und Lidl deutlich Marktanteile an die kleineren Wettbewerber Penny (Rewe), Plus (Tengelmann) und Norma. Das bestätigen aktuelle Erhebungen der Nürnberger Marktforschungsfirma GfK für die ersten fünf Monate des Jahres.

cs DÜSSELDORF. „Lidl hat seit Jahresbeginn weniger als ein Prozent zugelegt“, berichtete GfK-Handelsexperte Wolfgang Twardawa dem Handelsblatt. Auch Aldi sei hinter den übrigen Lebensmitteldiscountern zurückgeblieben, die im Schnitt gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent wuchsen.

„Die Discounter stoßen nun an ihre Wachstumsgrenzen“, sagt der GfK-Marktforscher. Zudem komme es untereinander immer stärker zu Kannibalisierungseffekten. Vor wenigen Tagen schon hatten Aldi und Lidl, die ihre Werbeausgaben zuletzt in zweistelliger Prozenthöhe steigerten, eine weitere Preissenkungsrunde eingeläutet.

Nach einem jetzt veröffentlichten Bericht der GfK-Tochter Information Resources (IRI) zeichnete sich dieser Trend bereits im vergangenen Jahr ab. Zwar schaffte Branchenprimus Aldi 2003 in Deutschland ein Umsatzwachstum von 4,5 Prozent, musste dazu aber auch sein Filialnetz um 3,5 Prozent ausbauen. Die übrigen Discounter wuchsen hingegen um stattliche 7,4 Prozent, während die Zahl ihrer Filialen nur um 1,2 Prozent zulegte.

Die GfK-Marktforscher sprechen dabei bereits von einer „gewissen Umorientierung der Verbraucher, die sich wieder verstärkt den Herstellermarken zuwenden“ – eine Entwicklung, die auch den Verbrauchermärkten zugute kommt: Die großflächigen Supermärkte – hier zu Lande vor allem vertreten durch Minimal (Rewe) oder E-Neukauf (Edeka) – schafften nach jahrelangen Umsatzrückgängen 2003 mit einem Plus von einem Prozent die Wende. Da die Zahl der Verkaufsstellen im selben Zeitraum nur um 0,6 Prozent gestiegen sei, handele es sich um ein „echtes“ Umsatzplus, teilten die Marktforscher am Dienstag in Nürnberg mit.

Das Institut führt den Umsatzzuwachs in diesem Segment auf eine geänderte Strategie bei den Werbeaktionen zurück. Schon seit Jahresbeginn 2003 hätten die Verbrauchermärkte auf „qualitative Aktionen ohne Preissenkungen“ gesetzt. Weil sich die Durchschnittspreise damit erhöht hätten, sei mehr Geld in die Kassen geflossen.

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