Klimaschutz
Deutsche Fluggesellschaften weisen Kritik an Billigfliegern zurück

Die Greenpeace-Kritik an Billigfliegern wird von den Anbietern nicht geteilt: Die Verbotsforderung sei "unsinnig", sagte eine Verbands-Sprecherin dem "Handelsblatt". Es gebe viel sinnvollere Maßnahmen, um Klimaschutz und Fliegen zu vereinbaren - zum Beispiel den Ausbau von Flughäfen.

BERLIN. Der Bundesverband deutscher Fluggesellschaften (BDF) weist die Greenpeace-Kritik am Klimakiller Flugzeug zurück: "Der Luftverkehr ist nur für drei Prozent der Emissionen verantwortlich und so keineswegs der Hauptverantwortliche", sagte BDF-Geschäftsführerin Tanja Wielgoß dem „Handelsblatt“ (Montags-Ausgabe): "Aufhören zu fliegen würde nur einen Wirtschafts-Wachstums-Motor kaputt machen statt die Umwelt zu schonen."

Auch die Greenpeace-Schelte an den so genannten Billigfliegern sei "unsinnig", so Wielgoß gegenüber dem „Handelsblatt“. Denn diese Airlines würden ihre Maschinen gut auslasten und „fliegen so umweltschonend“.

Der Verband, in dem die deutschen Fluggesellschaften vereint sind, sieht statt eines Flugverbots viele Alternativen, um den Flugverkehr umweltverträglicher zu machen. Erstens sollten schnell moderne und weniger Kerosin verbrauchende Flugzeuge entwickelt und in Dienst gestellt werden. Zum Zweiten sollte der noch immer in 58 Luftraumblöcke zersplitterte Flugraum über Europa vereint werden. „So könnten bis zu zwölf Prozent des verflogenen Kerosins eingespart werden“, sagte Wielgoß. Denn wegen der Zersplitterung des EU-Flugraums müssten ständig Umwege geflogen werden oder abgebremst werden bei der Übergabe der Flugkontrolle.

Dritter Punkt ist laut Wielgoß die Einbeziehung des Flugverkehrs in den internationalen Emissionshandel. Viertens solle der Ausbau der Flughäfen sogar beschleunigt werden. Denn allein die Lufthansa verbrauche pro Tag wegen der Überlastung des Luftkreuzes Frankfurt am Main soviel Kerosin beim Fliegen von Warteschleifen „wie elf Flüge Frankfurt - New York“.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
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