Kliniken
Asklepios: Durch Übernahmen zum Marktführer

Der Klinikkonzern Asklepios gehört mit einem Jahresumsatz von zuletzt 2,3 Mrd. Euro zu den vier großen privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland.Wie die Konkurrenten Helios, Rhön-Klinikum und Sana ist auch Asklepios in den vergangenen Jahren rasant durch Übernahmen gewachsen.

FRANKFURT. Seit 2004 hat Asklepios seinen Umsatz mehr als verdoppelt, im zersplitterten deutschen Krankenhausmarkt mit noch knapp 2 100 Kliniken kommt das Unternehmen dennoch nur auf einen Marktanteil von rund zwei Prozent. Zurzeit betreibt das Unternehmen 110 Einrichtungen, darunter 96 in Deutschland, 6 in den USA und 8 in Griechenland. Die Euler Hermes Rating GmbH bewerte die Bonität von Asklepios zuletzt mit „BBB“. Damit steht das Unternehmen den Angaben zufolge besser da als der Branchenschnitt.

Asklepios wurde 1984 von Bernard große Broermann gegründet, und ist nach wie vor im Alleinbesitz des promovierten Juristen und Harvard-Absolventen. Broermann, auf einem Bauernhof in der Nähe von Osnabrück aufgewachsen, ist gerade mit einem geschätzten Vermögen von 2,4 Mrd. Dollar in die Forbes-Liste der reichsten Deutschen aufgestiegen. Dem 64-jährigen wäre es allerdings lieber, nicht in der Liste zu sein, wie er sagt. Er geht seiner Arbeit am liebsten unbeobachtet von der Öffentlichkeit nach und spricht sehr selten mit der Presse.

In den 70er Jahren war Broermann einige Jahre bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Winney tätig, für die er unter anderem den Bereich M&A im Krankenhaussektor leitete. Später arbeitete er selbstständig als Rechtsanwalt und Wirtschaftprüfer. In dieser Funktion hatte er Kontakt zur Bank of America, die ihm die Finanzierung einer eigenen Klinikkette anbot. So kam Broermann zu einer Krankenhauskette im Großraum Los Angeles. Da der Deutsche aber zurück in seine Heimat wollte, begann Broermann 1984, die Asklepios-Klinikenkette in Deutschland aufzubauen. Mit der Übernahme der Landesbetriebskrankenhäuser in Hamburg avancierte Asklepios 2004 zum größten privaten Klinikbetreiber Deutschlands. Die Übernahme in Hamburg war das erste große Privatisierungsvorhaben in der Bundesrepublik, es ging um ein Umsatzvolumen von rund 800 Mio. Euro. Aber Asklepios bewies trotz Volksentscheid und politischer Anfeindungen einen langen Atem und bekam schließlich den Zuschlag.

Im Zuge der Übernahme verlegte Asklepios seinen Sitz in die Hansestadt und investierte nach Aussage von Broermann jährlich rund 50 Mio. Euro in den Standort. Auch zwei wichtige Projekte des Konzerns sind in Hamburg angesiedelt: Das Future Hospital, bei dem Asklepios zusammen mit 28 namhaften Unternehmen neue Lösungen für die Krankenhaus-IT erforschen. Und die Asklepios Medical School als erste private Uniklinik. In Shanghai arbeitet Asklepios überdies in einem Joint-Venture mit Siemens und der Tongji-Universität am Aufbau eines voll digitalisierten Krankenhauses.

Bernhard Broermann hat sich Anfang 2008 aus dem operativen Geschäft von Asklepios zurückgezogen. Vorsitzender der Geschäftsführung ist seitdem der langjährige Asklepios-Manager Tobias Kaltenbach.

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