Klopse à la Mehdorn Wie die Bahn im Speisewagen an ihrem Image feilt

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Während mein Abendessen in rund 15 Minuten schonend erwärmt wird, suche ich mir einen Platz im Bordrestaurant. Zum Glück ist noch eine von insgesamt zwölf Sitzgelegenheiten frei, auf der ich mich dem „Tellergericht“ widme. Kritiker Scheuermann hat dabei an den Bahnchef denken müssen und sie „Klopse à la Mehdorn“ genannt. Tatsächlich: zwei Miniaturbällchen, die in reichlich gelber Sauce schwimmen. Doch statt im Reisrand zu liegen, sind sie von sechs winzigen Salzkartoffeln begleitet. Den „Genussfaktor 0,0“, den Restaurantkritiker Scheuermann vergeben hat, muss ich bestätigen. Auch ein Sättigungsgefühl will sich kaum einstellen.

Nach Meinung der Bahn gehört mein Fall zu den größten anzunehmenden gastronomischen Unfällen der letzten Zeit. Zum einen handele es sich bei dem Bordrestaurant im auf dieser Strecke eingesetzten ICE 3 nur um einen „Behelfsspeisewagen“, zum anderen habe die Service-Mitarbeiterin bei der Zubereitung der Speise einen unentschuldbaren Fehler begangen. Im „Handbuch für Speisezubereitung der Zuggastronomie“ sei ausdrücklich Reis als Beilage aufgeführt, sinniert eine Bahn-Sprecherin. Immerhin habe das Unternehmen seit Beginn der Image-Kampagne den Umsatz in den Speisewagen um 18 Prozent gesteigert.

Robert Etmans, der für die Bordverpflegung zuständige Bahnvorstand, will die Reihe der kulinarischen Aktionen fortsetzen. Der gebürtige Niederländer denkt dabei wieder an eine regionale Spezialität – aus der Heimat. Im Mittelpunkt der nächsten Image-Kampagne soll der Matjes stehen.

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