Knackpunkt in der Übernahme
BAA stößt in Heathrow an Grenzen

Der britische Flughafenbetreiber BAA hat weniger als erwartet vom Boom des internationalen Luftverkehrs profitiert. Ein leichter Rückgang am Drehkreuz London-Heathrow hat das Wachstum der Passagierzahlen an den britischen Flughäfen im Geschäftsjahr zum 31. März auf zwei Prozent gedrückt. Doch mit Kostensenkungen und höheren Einzelhandelsverkäufen gelang es BAA, Umsatz und Gewinn stärker zu steigern. Das Unternehmen verzichtete auf neue Abwehrmaßnahmen gegen die Bieter, die es derzeit umkreisen.

LONDON. Dafür warnte die Flughafen-Aufsichtsbehörde CAA mögliche Käufer vor einer zu hohen Verschuldung. „Es ist schwer geworden, die Passagierzahlen in Heathrow noch zu steigern“, sagte Tony Douglas, Geschäftsführer des betriebsamsten europäischen Flughafens, auf einer Analystenkonferenz. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sanken sie um 0,3 Prozent auf 67,4 Millionen. Doch ein gewaltiges Ausbauprogramm läuft. Das neue Terminal 5, das alle Flüge von British Airways aufnehmen wird, erhöht die Kapazität auf 85 Mill. Passagiere. Es soll im März 2008 in Betrieb gehen. Kurz darauf will BAA beginnen, Terminal 2 abzureißen. Dort soll rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2012 ein neues Terminal für 30 Mill. Fluggäste fertig werden.

Die Erweiterung von Heathrow wird laut BAA 6,2 Mrd. Pfund (9,1 Mrd. Euro) kosten. Noch einmal halb so viel fließt in den Ausbau der anderen beiden Londoner BAA-Flughäfen Stansted und Gatwick. Die massiven Investitionen sind mit der CAA vereinbart. Sie ermöglichen BAA im stark regulierten Kerngeschäft ein langfristiges Wachstum. Allerdings haben sie die Schulden des Konzerns auch schon um 74 Prozent auf 5,3 Mrd. Pfund erhöht.

Die Investitionspläne gelten als ein Knackpunkt im derzeitigen Übernahmekampf um BAA. Ein Konsortium unter Führung des spanischen Infrastrukturkonzerns Ferrovial hat 8,75 Mrd. Pfund für den weltgrößten Flughafenbetreiber geboten. Eine Gruppe um Goldman Sachs hat einen Preis von 9,4 Mrd. Pfund vorgeschlagen. Die BAA-Führung hat beide zurückgewiesen, aber auf Abwehrmaßnahmen verzichtet.

Dafür warnte jetzt die CAA, sie werde nach einer Übernahme des Flughafenkonzerns keine Rücksicht auf eine etwaige höhere Verschuldung nehmen. Veränderungen der Finanzlage hätten keinen Einfluss auf die von ihr festgelegten Obergrenzen für Flughafengebühren. Bei der Berechnung der Gebühren dürfe ein Bieter auch nicht davon ausgehen, dass sie ab April 2008 weiterhin Kapitalkosten von 7,75 Prozent zugrunde legen werde. Die Behörde revidiert alle fünf Jahre die Obergrenze für die Gebühren, die die Londoner Airports von den Fluggesellschaften verlangen dürfen. Das Ferrovial-Konsortium teilte mit, es werde eine robuste Finanzierungsstruktur haben und einen Investitionsplan aufstellen, der mit den Zielen der CAA in Einklang stehe.

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