Knapp über Ramsch
Moody's senkt Metros Kreditwürdigkeit

Die Ratingagentur Moody's senkt den Daumen über dem Handelskonzern Metro. Der schwache Gewinnausblick des kürzlich aus dem Dax gestrichenen Unternehmens rechtfertige nur noch eine schlechtere Bonitätsnote.
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DüsseldorfNur noch eine Stufe trennt die Anleihen des Handelskonzerns Metro vom sogenannten Ramschniveau. Die Ratingagentur Moody's senkte am Dienstag die Kreditwürdigkeit des Unternehmens um eine Stufe auf „Baa3“.

Moody's begründet den Schritt damit, dass Metro zuletzt den Gewinnausblick deutlich gesenkt hatte. Demnach erwartet der Düsseldorfer Konzern einen Überschuss vor Steuern und Zinsen in Höhe von zwei Milliarden Euro statt einem Ergebnis in Höhe des Vorjahresniveaus von 2,37 Milliarden Euro.

Eine schwächere Bonitätsnote bedeutet in der Regel, dass ein Konzern höhere Zinsen für die Ausgabe von Anleihen beziehungsweise die Kreditaufnahme zu zahlen hat. Mittelfristig sei keine Verbesserung der für die Ratingentscheidung relevanten Kennzahlen zu erwarten. Bislang habe es etwa keinen erwähnenswerten Abbau von Verbindlichkeiten gegeben.

Der Konzern erklärte, die Entscheidung von Moody's werde wohl keine gravierenden Auswirkungen auf die Refinanzierungssituation haben. Die Aktie gehörte dennoch mit einem Minus von 2,2 Prozent zu den größten Verlierern im MDax.

Metro-Chef Olaf Koch hatte Ende vergangener Woche das Gewinnziel für 2012 gekippt, womit einige Branchenexperten schon seit Monaten gerechnet hatten. Der Konzern spüre die Auswirkungen der Euro-Staatsschuldenkrise. Insbesondere in Süd- und Teilen Osteuropas hielten sich die Kunden zurück. Zudem sitze das Geld für Unterhaltungselektronik nicht mehr so locker, erläuterte der Mutterkonzern der größten europäischen Elektronikhandelskette Media-Saturn.

Die Agentur schreckt allerdings davor zurück, Metro eine weitere Herabstufung in Aussicht zu stellen. Damit würde der Konzern auf das sogenannte Ramschniveau fallen. Ab dieser Stufe gelten Anleihen als sehr spekulativ und dürfen von vielen Investoren aufgrund interner Richtlinien oder Investment-Vorgaben nicht gehalten werden. Gegen eine erneute Herabstufung spreche, dass sich die Gewinnsituation im kommenden Jahr zumindest stabilisieren dürfte, so Moody's.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Knapp über Ramsch: Moody's senkt Metros Kreditwürdigkeit"

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  • Da fehlt die Kundenorientierung, das ''Haendchen'' fuer den Kunden, da fehlen Kaufanreize und ayraktieve Zahlungsziele..da fehlt es sogar an der Freundlichkeit des Personals. Von Freundlichkeit des Managements (Marktleitung) ist nichts zu merken, nur Arroganz und Ueberheblichkeit. Dies sagt ein Kunde der 160 k Euro Umsatz macht.

  • bin mal gespannt, wie Metro auf 2 miliarde EUR EBIT kommen wird, wenn sie im ersten Halbjahr hohe Verluste eingefahren hat
    Metro ist doch keine Wintermarke
    Hoffentlich werden, endlich, die Metro Manager aus diesen Herabstufungen mal was lernen
    denn, sorry, bei der Metro ist NICHT die Wirtschafts- und Finanzkrise schuld an die Misere

  • Das ging aber schnell.

    Eine Frage:

    Sind diese US-Imperialisten mit der Herabstufung amerikanischer Konzerne ebenso geschwind?

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