Koch-Lieferant verhandelt wieder
Rungis peilt nach Insolvenz Gewinn an

Der im Januar in die Insolvenz gerutschte Sternekoch-Lieferant Rungis Express soll noch im laufenden Jahr wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Das sagte der neue Vorstand Michael Spät dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Operativ habe das Unternehmen bis zuletzt rentabel gearbeitet, die Zinslast für rund 16 Mill. Euro Fremdkapital habe Rungis am Ende aber nicht mehr tragen können. Die Schulden seien nun durch das Insolvenzverfahren beseitigt. Derzeit verhandeln die Erwerber mit der Dresdner Bank, die Rungis künftig finanziell unter die Arme greifen soll. Außerdem werden voraussichtlich Teile des bayerischen Auslieferungslagers Satteldorf geschlossen, das derzeit rund 70 Mitarbeiter beschäftigt.

In der Nacht zum Samstag hatte das Bieterkonsortium um Spät den traditionsreichen Frischedienst erworben und sich damit gegen das Konkurrenzangebot des Financiers Dirk Westerheide durchgesetzt. Westerheide war gemeinsam mit der Ehefrau des geschäftsführenden Rungis-Gesellschafters George W. Kastner aufgetreten, der sich durch den Rückkauf seiner ehemaligen Firma erneut die Kontrolle über Rungis Express sichern wollte.

Doch Michael Spät, vormals Wirtschaftsprüfer bei Arthur Andersen und späterer Private-Equity-Chef der Düsseldorfer IKB-Bank, vereitelte Kastners Plan. „Wir haben innerhalb von drei Tagen eine Finanzierung auf die Beine gestellt und an vier Orten gleichzeitig verhandelt“, berichtet der 40-Jährige.

Ursprünglich hatte auch Spät gemeinsam mit Kastner ein Angebot abgeben wollen, wie der Beteiligungsspezialist auf Anfrage bestätigte. Doch als sich herausstellte, dass der Rungis-Geschäftsführer über eine Kölner Anwaltskanzlei ein zweites Kaufangebot lancierte, trennte man sich von Kastner und holte den Bremer Kühllogistiker Cool Chain Group (CCG) mit in die Bietergemeinschaft.

„Wir haben es buchstäblich fünf vor zwölf geschafft“, berichtet Spät rückblickend. Zum Kreis der neuen Eigentümer gehört neben ihm, der Beteiligungsgesellschaft Spektra und der CCG auch die österreichische R&S Gourmet Express, die von Miguel Spitzy geführt wird. Der ehemalige Rungis-Mitgesellschafter, der für Kastner einst das Österreichgeschäft steuerte und sich später im Streit trennte, hatte schon vor der Insolvenz Interesse an Rungis Express bekundet. Durch den Zusammenschluss der Unternehmen dürfte sich Rungis mit mehr als 75 Mill. Euro Umsatz nun als Nummer drei im Markt etablieren.

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