Köln-Bonn und Düsseldorf
Sicherheitspersonal bestreikt Flughäfen

Tausende Reisende sind am Donnerstag von Streiks des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Köln-Bonn und Düsseldorf betroffen. Die Airports empfehlen: Handgepäck am besten zu Hause lassen.
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DüsseldorfWegen eines Streiks des privaten Sicherheitspersonals müssen sich Passagiere an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn am Donnerstag auf Flugausfälle sowie Verspätungen einstellen. „In Köln hat der Ausstand um Mitternacht begonnen“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi in der Nacht der Deutschen Presse-Agentur. In Düsseldorf sollte er demnach um 3.00 Uhr starten.

Die Airports empfahlen am Mittwoch den Fluggästen, sich vor der Anreise unbedingt bei ihrer Fluglinie oder beim Reiseveranstalter über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren. Die Gesellschaft Air Berlin veröffentlichte einen Sonderflugplan.

Mit der frühzeitigen Ankündigung des Streiks wollte die Gewerkschaft Verdi den Fluggästen die Möglichkeit zum Umbuchen geben. Allein in Düsseldorf sind am Donnerstag rund 530 Flugbewegungen geplant.

Der Airport rechnet mit insgesamt 48.000 Passagieren. Man habe sich gemeinsam mit Airlines und Behörden bestmöglich auf den Streik vorbereitet, betonte ein Flughafen-Sprecher. Dennoch müssten Passagiere mit längeren Wartezeiten und Flugausfällen rechnen.

Sie würden gebeten, frühzeitig zum Flughafen zu kommen und das Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren. Es sei mit erheblichen Verzögerungen bei den Passagierkontrollen zu rechnen.

Der Flughafen Köln/Bonn teilte am Mittwochabend mit, dass am Donnerstag 34 Abflüge und 2 Ankünfte ausfielen. Außerdem sei mit Verspätungen zu rechnen. Passagiere wurden gebeten, sich im Internet auf der Website ihrer Airline über den Status ihres Flugs zu erkundigen. Der Airport Köln/Bonn hat außerdem eine telefonische Hotline (02203-404000) eingerichtet. Der Flughafen bittet alle Gäste, möglichst auf Handgepäck zu verzichten.

Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker betonte: „Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden ist der ganztägige Streik die letzte und ernste Mahnung an die Arbeitgeber, den notwendigen Schritt auf die Beschäftigten zuzugehen.“

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft, Harald Olschok, warf Verdi vor, Zehntausende von Fluggästen in Geiselhaft zu nehmen. Dadurch werde der Luftfahrtstandort Deutschland nachhaltig geschädigt.

Verdi fordert in den Tarifverhandlungen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe Lohnerhöhungen zwischen 1,50 Euro und 2,50 Euro pro Stunde. Die Sicherheitsbranche müsse tarifpolitisch neu aufgestellt werden, verlangte Becker: „Qualifizierte Arbeit und motivierte Beschäftigte an Flughäfen und in anderen sensiblen Bereichen kann man nur bei angemessenen Löhnen erwarten.“

Die nächste Verhandlungsrunde findet an Rhein und Ruhr am 5. Februar in Ratingen statt. In Hamburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg verhandelt Verdi zurzeit ebenfalls für die Beschäftigten der Branche.

Am vergangenen Freitag hatte Verdi bereits das Sicherheitspersonal am Stuttgarter und am Hamburger Flughafen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Dort war es zu Gedränge und langen Warteschlangen gekommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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