Körber zieht Erfolgsbilanz
Metro eigentlich nur mit Real unzufrieden

Zehn Jahre nach der Gründung der Metro Group sieht Vorstandschef Hans-Joachim Körber Deutschlands größten Handelskonzern auf Erfolgskurs. Nach einem guten Start ins zweite Quartal steuere man auf das angepeilte Umsatz- und Gewinnplus im Gesamtjahr zu. Dabei soll auch die Fußball-WM eine Rolle spielen.

HB DÜSSELDORF. „Die Ergebnisse der ersten drei Monate dieses Jahres und besonders der gute Start ins zweite Quartal untermauern unsere Prognose für 2006“, sagte Körber auf der Hauptversammlung der Metro am Donnerstag in Düsseldorf. Metro rechne für das Gesamtjahr mit einer Umsatzsteigerung von vier bis sechs Prozent und einem Zuwachs des Ergebnisses je Aktie (EPS) von fünf bis acht Prozent. Zudem will der Konzern 2006 rund 2,1 Mrd. Euro investieren, um zu expandieren. Der Löwenanteil soll in die Großhandelssparte Cash&Carry und die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn investiert werden. 2005 hatte Metro einen Umsatz von 55,7 Mrd. Euro und ein EPS aus fortgeführten Aktivitäten von 1,54 Euro erzielt.

Körber bekräftigte, dass die unter Verlusten leidende Tochter Real 2006 operativ wieder Gewinn schreiben solle. Der Betriebsverlust der Supermarktkette hatte sich im ersten Quartal auf 40 Mill. Euro verachtfacht. Körber betonte, Metro sei mit der Entwicklung bei Real sehr unzufrieden. Deshalb habe das Management gegengesteuert. Der Konzern werde „soweit erforderlich weitere Korrekturen vornehmen“.

Insgesamt werde sich in Deutschland das Einzelhandelsgeschäft durch die Fußball-Weltmeisterschaft gegen Ende des zweiten Quartals beleben, prognostizierte Körber. Ab Ende September werde der Handel dann wegen der für 2007 geplanten Mehrwertsteuererhöhung von vorgezogenen Anschaffungen der Verbraucher zusätzlich profitieren. Eine gegenläufige Entwicklung befürchtet Körber aber nach der Umsetzung der Steuererhöhung: Mit Sorge sehe der Konzern die konjunkturellen Auswirkungen der Mehrwertsteuer auf alle Artikel außerhalb des Lebensmittelgeschäfts 2007.

Zum Auftakt der Hauptversammlung bekannten sich die Großaktionäre der Metro demonstrativ zu ihrem langfristigen Engagement bei dem Konzern. Seine Wahl zum Aufsichtsratschef sei ein Beleg für diese feste Absicht der Großaktionäre, sagte der neue Vorsitzende des Gremiums, Eckhard Cordes, der auch Chef des Metro-Anteilseigerns Haniel ist und zuvor bei Daimler-Chrysler für die Mercedes-Gruppe verantwortlich war. Die Gesellschafterstämme Haniel, Beisheim und Schmidt halten Anteile am stimmberechtigten Kapital der Metro von insgesamt rund 55,6 Prozent. Der Rest befindet sich in Streubesitz.

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