Konflikte mit Personal: Flugpersonal lässt die Kunden stehen

Konflikte mit Personal
Flugpersonal lässt die Kunden stehen

Hohe Ölpreise, harte Billigkonkurrenz und jetzt auch noch Streiks. Die klassischen Netzwerk-Fluggesellschaften Europas haben in wachsendem Maß Konflikte mit ihrem Personal. Für Fluglinien beginnt damit ein neues Krisenjahr.

HB FRANKFURT/MAILAND/STOCKHOLM. Neben einem Dauerstreik bei der finanziell seit Jahren angeschlagenen Alitalia riefen gestern auch die Piloten der skandinavischen SAS in Dänemark einen wilden Arbeitskampf aus, der schon allein am Drehkreuz Kopenhagen zu mehr als 150 Flugausfällen führte. In Norwegen gab es Solidaritätsaktionen: Rund 50 Piloten der Tochter SAS Braathens meldeten sich krank. Die Aktie der von Dänemark, Norwegen und Schweden betriebenen Fluggesellschaft quittierte die Ausfälle mit einem Minus von fünf Prozent. Alitalia-Aktien verloren zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent an Wert.

Die Belegschaften protestieren mit ihren Streiks gegen die Sanierungspläne ihrer Vorstände: Um die Kosten der staatlich geprägten Fluglinien deutlich zu senken und dem Niveau der erfolgreichen Billigkonkurrenz anzugleichen, stehen derzeit quer durch Europa Vertragsänderungen und Personalkürzungen auf dem Plan. So hat das Management der Schweizer Fluglinie Swiss kürzlich 300 Piloten in eine neue Tochtergesellschaft überführt, die den Europaverkehr ab 1. April zu günstigeren Konditionen abwickeln soll. Personalvertreter laufen dagegen Sturm. Auch die Pilotengewerkschaft der Lufthansa, Vereinigung Cockpit, hat die Tarifverhandlungen Ende 2005 für gescheitert erklärt.

Das Konfliktpotenzial in Italien und Skandinavien ist ungleich größer: SAS-Vorstandschef Jörgen Lindegaard hat bereits ein Sparprogramm im Volumen von 14 Mrd. Kronen (1,5 Mrd. Euro) durchgeboxt und will sich bis Ende 2007 die Ausgabe von weiteren zwei Mrd. Kronen sparen. Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli, der von Italiens Gewerkschaften heftig attackiert wird, hat sich in den kommenden vier Jahren ebenfalls Kostensenkungen über eine Mrd. Euro vorgenommen.

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