Konjunktur
Einzelhandel rechnet mit Umsatzminus

Der deutsche Einzelhandel rechnet für dieses Jahr mit einem stärkeren Umsatzrückgang als bislang. Der Umsatz dürfte 2009 nominal um zwei Prozent zurückgehen, teilte der Branchenverband HDE mit. Damit revidierte der Verband seine Prognose nach unten. Im Mai allerdings konnten die Einzelhändler ihren Umsatz unerwartet steigern.

HB BERLIN. Der deutsche Einzelhandel rechnet für dieses Jahr mit einem stärkeren Umsatzrückgang als bislang. Der Umsatz dürfte 2009 nominal um zwei Prozent zurückgehen, teilte der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) am Mittwoch in Berlin mit. Damit revidierte der Verband seine Prognose nach unten.

Sollte die Prognose zutreffen, würden sich das Umsatzminus laut HDE noch im Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen bewegen, „wenn auch am unteren Ende“. HDE-Chef Josef Sanktjohanser sagte dazu: „Das ist zwar nicht dramatisch im Vergleich zu anderen Branchen. Wir dürfen die Entwicklung aber auch nicht verharmlosen, da die Handelsunternehmen nicht vom Aufschwung profitiert haben und kaum Reserven anlegen konnten.“

In den ersten fünf Monaten sank der Umsatz um nominal 2,2 Prozent. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr hänge nun sehr von der Situation auf dem Arbeitsmarkt ab. Dazu kämen im Gesamtjahr auch zwei fehlende Einkaufstage, die mit etwa 0,7 Prozentpunkten zu Buche schlagen. Im Februar ging die Branche mit 2,7 Millionen Beschäftigten noch von einem Umsatzminus von bis zu einem Prozent für dieses Jahr aus.

Im Mai allerdings haben die deutschen Einzelhändler ihren Umsatz unerwartet gesteigert. Sie nahmen 0,5 Prozent mehr ein als im April, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bereinigt um Preisschwankungen (real) blieb ein Plus von 0,4 Prozent. 25 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten hier mit einem leichten Rückgang von 0,1 Prozent gerechnet. "Eine durchaus positive Überraschung, die umso mehr erstaunt, als der April-Umsatz durch zwei Sonderfaktoren gestützt wurde: das Ostergeschäft und das hervorragende Wetter", sagte Sebastian Wanke von der Dekabank. Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim kommentierte: "Der Konsum läuft trotz Finanzkrise und Rezession viel besser als gedacht".

Im Vergleich zum Mai 2008 sank der reale Umsatz dagegen mit 2,9 Prozent deutlich stärker als erwartet. Allerdings zählte der Mai diesmal einen Verkaufstag weniger.

Von Januar bis Mai nahm der Einzelhandel 2,4 und real 2,3 Prozent weniger ein als vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr erwartet der Branchenverband HDE bestenfalls stagnierende Umsätze. Er befürchtet vor allem in der zweiten Jahreshälfte wegen des erwarteten deutlichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit schlechtere Geschäfte.

Die größten Umsatzeinbußen mussten im Mai die Händler von Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren hinnehmen. Sie hatten 6,8 Prozent weniger in den Kassen als vor Jahresfrist. Waren- und Kaufhäuser beklagten ein Minus von 6,3 Prozent. Der Umsatz mit Kosmetik, pharmazeutischen und medizinischen Produkten zog dagegen um 2,5 Prozent an.

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