Konkurrent Cerberus könnte Li noch überbieten
Victor Li darf bei Air Canada einsteigen

Das Oberste Gericht der kanadischen Provinz Ontario hat den Einstieg des kanadisch-chinesischen Geschäftsmanns Victor Li bei der insolventen Fluggesellschaft Air Canada gebilligt. Zugleich schlug das Gericht aber die Tür für das Angebot eines weiteren Interessenten nicht zu.

gbr OTTAWA. Lis Trinity Time Investments Ltd. will für 650 Millionen kan. $ (410 Mill. Euro) 31 % an Air Canada übernehmen. Doch von Seiten des Konkurrenten, der New Yorker Beteiligungsgesellschaft Cerberus Capital Management, wird ein neues Angebot erwartet.

„Trinity ist seinem Ziel näher gekommen, aber das Geschäft ist noch nicht abgeschlossen“, meint Douglas Reid, Professor für Unternehmensstrategie an der Queen’s Universität in Kingston/Ontario. Cerberus könne Trinity aber nur mit einem deutlich besseren Angebot ausbooten. Das Direktorium von Air Canada sei verpflichtet, sich für die Offerte zu entscheiden, die am günstigsten für die Gläubiger ist.

Die Fluggesellschaft, die in der Star-Alliance Partner der Lufthansa ist, befindet sich seit April unter Gläubigerschutz. Die Zustimmung des Ontario Superior Court wird als wichtiger Schritt bei der Neuordnung der Finanzen der angeschlagenen Air Canada gesehen, deren Schulden sich auf 8 bis 10 Mrd. kan. $ belaufen sollen. Richter James Farley kam nicht der Forderung von Cerberus nach, den Bieterprozess für Investitionen in den Carrier neu zu eröffnen, ohne die Trinity-Offerte gerichtlich abzusegnen. Allerdings hatte der Richter bereits Ende vergangener Woche einen Kompromiss vermittelt, wonach Cerberus bis zum 12. Dezember eine endgültige Offerte vorlegen darf.

Cerberus war neben Victor Lis Trinity Time Investments Ltd. einer der beiden Investoren, die Air Canada in seinem Restrukturierungsprozess als Investor in Betracht zog. Am 8. November entschied sich das Direktorium von Air Canada aber für Trinity. Zusätzlich zu Lis Investition von 650 Mill. kan. $ will Air Canada für 450 Mill. kan. $ neue Aktien an ihre Gläubiger ausgeben.

Li hatte gedroht, er werde sein Angebot zurückziehen, falls das Gericht den Bieterprozess ohne Genehmigung seiner Offerte neu eröffne. Damit hätte die Gefahr bestanden, dass Air Canada nach mehreren Monaten der Suche nach einem Investor keine gesicherte Finanzierung gehabt hätte.

Allerdings hat das Board of Directors von Air Canada jetzt immer noch die Möglichkeit, sich bei einem beträchtlich besseren Angebot für Cerberus zu entscheiden. Air Canada müsste Li aber einen Schadenersatz von 19,5 Mill. kan. $ zahlen, falls sie sich für Cerberus entscheiden würde.

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