Konkurrenz der Discounter
Aldi kippt den Tesco-Chef

Die britische Einzelhandelskette Tesco ist auf dem heimischen Markt unter Druck geraten. Deutsche Discounter machen dem Konzern das Leben schwer. Nun soll ein neuer Chef die Wende bringen.
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CheshuntDer Preiskampf mit Discountern wie Aldi und Lidl kostet den Chef des führenden britischen Einzelhändlers Tesco seinen Job. Der Konzern erklärte am Montag den Rücktritt von Philip Clarke. Zuvor hatte Tesco einräumen müssen, die schwache Geschäftsentwicklung nicht aufhalten zu können. Die Lage sei seit dem Zwischenbericht von Anfang Juni noch schwieriger geworden. Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr blieben hinter den Erwartungen zurück.

„Philip Clarke stimmt dem Verwaltungsrat zu, dass nun der richtige Zeitpunkt ist, an einen neuen Chef mit frischen Ideen zu übergeben“, teilte der Vorsitzende des Gremiums mit. Am 1. Oktober soll nun der Unilever -Manager Dave Lewis die Führung von Tesco übernehmen. Er gilt als Restrukturierungs-Spezialist.

Im Heimatmarkt setzt Tesco vor allem bei Lebensmitteln die Billigkonkurrenz von Aldi und Lidl zu. Da die Konjunkturerholung bislang kaum in Form von steigenden Löhnen bei den Verbrauchern ankommt, erledigen diese ihren Einkauf zunehmend bei Discountern. Während die vier großen Ketten Tesco, die Wal-Mart -Tochter Asda, Sainsbury sowie Morrissons Umsatz verlieren, verzeichnen Aldi und Lidl deutliche Wachstumsraten. Tesco hatte im ersten Geschäftsquartal den größten Rückgang seit Jahrzehnten erlitten, wie Konzernchef Clarke, der seit drei Jahren an der Spitze des Unternehmens ist, erklärte. In seiner 40 Jahre langen Karriere bei Tesco könne er sich nicht an ein schwächeres Quartal erinnern.

Die Anleger an der Börse reagierten mit Erleichterung auf den Abgang von Clarke. Tesco-Aktien legten um 1,7 Prozent zu. „Das ermöglicht dem Unternehmen einen Neuanfang“, sagte ein Händler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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