Konkurrenz für die Post
Holtzbrinck erwirbt Teile der Pin Group

Die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Handelsblatt, „Zeit“) wird einer der größten Konkurrenten der Deutschen Post. Der Insolvenzverwalter der Pin-Holding, Bruno Kübler, hat wesentliche Teile des verbliebenen Brief-Netzwerks der Pin Group an den Verlag verkauft.

HB DÜSSELDORF. Mit dem Kauf wird Holtzbrinck mit einem Schlag wichtigster Konkurrent der Deutschen Post im Großraum Berlin, den neuen Ländern, in Unterfranken und im Raum Freiburg. Unterlegener Bieter für die Pin-Gesellschaften ist damit die Stark-Gruppe aus Bremen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf muss noch durch das Bundeskartellamt genehmigt werden. Dies gilt als Formsache.

Holtzbrinck gehörte mit anderen Zeitungsverlagen zu den Gründern der Pin Group, hatte aber, wie andere auch, seine Anteile an Axel Springer verkauft. Springer als größter Gesellschafter hatte danach der Pin Group den Geldhahn zugedreht, weil der Verlag keine Perspektive sah. Nach der Insolvenz der Pin Group haben bereits mehrere Verlage ihre alten regionalen Briefdienste zurückgekauft. Damit war das Modell eines bundesweiten Konkurrenten der Post gescheitert.

„Mit dem Verkauf an Holtzbrinck ist es gelungen, einen beachtlichen Teil des Pin-Netzwerks zu erhalten“, sagte Kübler. Damit werde dem privaten Briefmarkt in Deutschland und den Pin-Beschäftigten eine erfolgversprechende Zukunftsperspektive eröffnet. Mit der Holtzbrinck-Gruppe habe er einen starken Investor gefunden, der über langen Atem verfüge und bereit und in der Lage sei, die notwendigen Investitionen vorzunehmen. Der Briefmarkt sei außerordentlich lukrativ. Er biete einem wirtschaftlich solide aufgestellten Post-Konkurrenten große Potenziale, meinte Kübler.

Holtzbrinck erwirbt zwölf Pin-Gesellschaften: Die als vergleichsweise profitabel geltende Pin Mail AG in Berlin, acht Pin-Gesellschaften in Brandenburg, die Freiburger Arriva sowie die Main-Post Logistik und die Main-Sortier-Service in Würzburg. Diese Gesellschaften beschäftigen zusammen 2 500 Mitarbeiter. Für die verbliebenen 20 Gesellschaften des Pin-Netzwerks mit 1 200 Beschäftigten sucht Kübler noch einen Investor. City Mail Regensburg geht mit 160 Mitarbeitern zurück an den Mittelbayerischen Verlag.

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