Konkurrenz für Europa
Dubai baut größten Flughafen der Welt

Trotz Flaute in der globalen Luftfahrt-Industrie und Finanzkrise treibt Dubai den Bau des größten Flughafens der Welt voran. Das erste Terminal des Mega-Airports soll im Juni 2010 ans Netz gehen. Flughafen-Chef Paul Griffiths sagt den europäischen Airlines bereits jetzt einen harten Konkurrenzkampf voraus.

DUBAI. „Investitionen in Airports sind langfristige Anlagen: Wenn man Wachstumschancen nicht nutzt, gehen sie woanders hin“, sagte der Geschäftsführer der Dubai Airports Company, Paul Griffiths, dem Handelsblatt. Das Golf-Emirat will das erste Terminal des Al Maktoum International Airport im Juni 2010 einweihen.

Der gesamte Flughafen mit einer Kapazität von 160 Mio. Passagieren sowie 14 Mio. Tonnen Fracht pro Jahr soll bis 2017 ans Netz gehen. Für das Projekt mit fünf Start- und Landebahnen sind Kosten in Höhe von 32 Mrd. Dollar veranschlagt. Der derzeitige Flughafen der Metropole, Dubai International, hat eine Kapazität von 60 Mio. Passagieren und fertigte im vergangenen Jahr 37,4 Mio. Gäste ab. Zum Vergleich: Der gegenwärtig größte Airport der Welt in Atlanta kam auf 89 Mio. Passagiere.

Griffiths prophezeit den Fluglinien in Europa, Amerika und Asien einen harten Konkurrenzkampf: „Die Drehkreuze im Nahen Osten werden aus anderen Teilen der Welt Verkehr abziehen, was dort zu großen Verlusten führt.“ Auf Grund dieser Dynamik würden sich die Flughäfen der benachbarten Golf-Städte Dubai, Abu Dhabi und Doha keine Märkte wegnehmen. Griffiths begründete seinen Optimismus mit Dubais geografischer Lage zwischen Asien, Europa, Amerika und Afrika: „Ein Drittel der Weltbevölkerung befindet sich vier Flugstunden von uns entfernt“, erklärt der Flughafen-Chef. „In dieser Region bildet sich in Staaten wie Indien gerade erst eine Mittelklasse heraus: Wenn diese Gesellschaften mobil werden, wird der Luftverkehr explodieren.“

Experten sind sich sicher, dass durch das Mega-Projekt in Dubai die Karten im internationalen Luftfahrt-Geschäft neu gemischt werden. „Al Maktoum International wird hin-sichtlich Größe und Effizienz Maßstäbe setzen“, sagt Ralf Baron vom Beratungsunternehmen Arthur D. Little. Mit Blick auf den Passagierverkehr spiele die in Dubai beheimatete Emirates Airlines eine Schlüsselrolle: „Emirates wird bei Einhaltung der Lieferpläne für den Airbus A380 ein starkes Wachstum herbeiführen“, so Baron. Bislang hält die Fluglinie an der Bestellung von 58 Riesen-Jets fest.

Nach Ansicht von Griffiths ist denkbar, dass Dubais jetziger Airport zu einem Regional-Flughafen wird, während Al Maktoum International für Interkontinental-Flüge zuständig wird. Dennoch investiere Dubais Regierung 4,2 Mrd. Dollar in den Ausbau des alten Airports. Dessen Kapazität solle bis 2013 von 60 auf 80 Mio. Passagiere hochgefahren werden. Es sei geplant, dass Dubai in einigen Jahren 60 Riesen-Jets vom Typ Airbus A380 beherberge, so viele wie kein anderer Flughafen der Welt.

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