Konkurrenz für Fluggesellschaften in Asien
Vietnam Airlines will hoch hinaus

Das einst marode Unternehmen Hang Khong Vietnam mit uralten Flugzeugen sowjetischer Bauart hat sich gemausert. Unter dem Namen Vietnam Airlines ist die Fluggesellschaft nun auf bestem Wege, den etablierten Konkurrenten in Ost- und Südostasien Paroli zu bieten.

HB HANOI. Vietnam Airlines, erst im April 1993 als Nachfolgerin der nach dem Endes des Vietnamkrieges 1976 gegründeten Hang Khong Vietnam etabliert, hat heute eine der jüngsten und modernsten Flotten Asiens mit 28 Airbus- und Boeing-Flugzeugen. Das Durchschnittsalter der Flieger liegt bei sechs Jahren. Hinzu kommen noch neun ältere Regionalflugzeuge vom Typ ATR 72-500 und zwei Fokker 70. Alle russischen Jets, die noch in den Gründerjahren das Rückgrat der Flotte bildeten, sind ausgemustert worden.

Vietnam Airlines hat sich hohe Ziele für die nähere Zukunft gesteckt. Die Flotte soll in den kommenden zehn Jahren auf 65 bis 70 Flugzeuge vergrößert werden. Bis Ende dieses Jahre wird die 777- Flotte um weitere zwei Jets aufgestockt, zudem hat Vietnam vier Boeing 787 „Dreamliner“ bestellt, die ab 2009 ausgeliefert werden sollen. Außerdem wurden weitere zehn A320 geordert. Die Zahl der Passagiere soll von über fünf Mill. 2004 auf acht bis neun Mill. im Jahre 2010 wachsen und das Streckennetz in den nächsten Jahren deutlich erweitert werden. Indien, der Westen der USA und London sind die nächsten Ziele.

Schon jetzt fliegt Vietnam Airlines neben vielen asiatischen Metropolen auch Sydney, Melbourne, Moskau und Paris an. Seit Ende Juni wird Frankfurt drei Mal wöchentlich bedient. Zwei Mal geht's nonstop nach Hanoi, einmal nonstop nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon. Bisher wurde Frankfurt nur via Moskau angeflogen. Marketingchef Trinh Ngoc Thanh betont: „Frankfurt ist für uns das beste Hub (Drehkreuz) in Europa.“ Insgesamt stehen derzeit 42 Ziele in 16 Ländern auf dem Flugplan des Unternehmens.

Ihre Piloten, mehrheitlich ehemalige Militärflieger, hat Vietnam Airlines vor allem in den USA, in Toulouse und auch in Australien ausbilden lassen. Und weil Sicherheit und Zuverlässigkeit bei der erst elf Jahre alten Airline groß geschrieben werden, hat die Fluggesellschaft hat zudem 250 Ingenieure bei Boeing in Seattle schulen lassen. Auch in Hamburg-Finkenwerder und in Toulouse sind Vietnams Techniker und Piloten Stammgäste. Aber noch immer sind 20 % der Piloten Ausländer.

Es gehört zu den historischen Kuriosa, dass ausgerechnet die Franzosen, die 1954 in Dien Bien Phu ihr Waterloo erlebten und sich dann aus Indochina zurückzogen, Vietnam Airlines die ersten Airbus A320 zur Verfügung stellten. Air France übernahm in alter Verbundenheit auch Ausbildung und Service und beteiligte sich anfangs sogar an der jungen Airline. Der erste Langstreckenflug der Airline führte 1994 mit einer Boeing 767 von Hanoi nach Paris. Heute ist Vietnam Airlines in Staatsbesitz, auch wenn es bereits Pläne gibt, das Unternehmen mittelfristig wenigstens teilweise zu privatisieren.

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