Konkurrenz treibt zum Sparkurs
Tui will Produktivität steigern

Ob die Billigfluglinie Hapag-Lloyd-Express mit der größeren Tui-Charter-Tochter Hapag-Lloyd-Flug zusammengelegt wird, steht noch offen. Jedoch ist das Ziel des Touristik-Konzerns Tui klar: Eine merkliche Produktivitätssteigerung.

HB FRANKFURT. Nach Tui-Angaben ist noch nicht entschieden, ob die erst vor zwei Jahren gegründete Billiglinie HLX mit der größeren Charter-Tochter verschmolzen wird. „Wir sind zunächst einmal mit der Tarifeinigung zufrieden und haben entsprechende Produktivitätssteigerungen erreicht“, sagte ein Tui-Sprecher am Freitag. „Alles weitere steht heute nicht zur Diskussion.“

Tui hatte die Führung der beiden Flugmarken Hapag-Lloyd-Flug und HLX in einem Unternehmen mit günstigen Tarifstrukturen und einer Steuerung als eine sinnvolle Option bezeichnet. HLX, einst als Billigflieger für Städteverbindungen gestartet, soll künftig den Großteil der touristischen Flüge in den westlichen Mittelmeerraum übernehmen.

Der am Vortag erzielte Tarifabschluss zwischen Tui und der Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) sieht eine gemeinsame Tarifplattform für die Piloten beider Fluglinien vor. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen wurden dabei eine veränderte Anrechnung von Überstunden und flexiblere Arbeitszeiten vereinbart, was längere Flugzeiten ermöglichen soll.

Für die Pilotengehälter sei zunächst lediglich eine Überprüfung geplant. Sollten die Piloten bei Hapag-Lloyd-Flug mehr verdienen als bei vergleichbaren Fluggesellschaften in Deutschland, würden die Gehälter dem Branchendurchschnitt angepasst. Diese Vereinbarung gelte auch im umgekehrten Fall, hieß es.

Tui und die VC wollten die Angaben am Freitag nicht kommentieren. Es sei Stillschweigen vereinbart. Mit dem Tarifabschluss wurde ein bereits im Grundsatz beschlossener Pilotenstreik abgewendet. Die VC muss den Abschluss nun von ihren Mitgliedern genehmigen lassen, was bis zu vier Wochen dauern kann.

Ziel bei Tui war eine Verbesserung der Produktivität bei Hapag-Lloyd-Flug um 15 bis 20 Prozent. Unter dem Strich sollte das Tarifergebnis jährlich zwischen fünf und zehn Millionen Euro Ersparnis bringen. Um gegen die günstigere Konkurrenz einer Air Berlin bestehen zu können, hatte Konzern-Chef Michael Frenzel vorigen Herbst ein Gesamtsparziel bei Hapag-Lloyd-Flug von 70 Millionen Euro ausgegeben.

Beim finanziell angeschlagenen Konkurrenten Thomas Cook gehen die Tarifverhandlungen für die verlustreiche Flugtochter Condor in die Endphase. An diesem Wochenende werde unter anderem mit den Gewerkschaften für Boden- und Kabinenpersonal verhandelt, hieß es aus Konzernkreisen. Eine Einigung sei denkbar. Dagegen dürften sich die Gespräche mit den Piloten noch länger hinziehen. Cook-Flugvorstand Ralf Teckentrup will mit 30 Prozent Mehrarbeit und 15 Prozent weniger Gehältern rund 80 Millionen Euro sparen.

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