Konkurrenz wird stärker
Großbäckern schwinden die Gewinne

Die Missernten des heißen Sommers haben das Mehl erheblich verteuert, doch Großbäckereien wie Kamps, Harry-Brot oder Müller werden die Preise kaum an die Kundschaft weiterreichen können. Der Grund: Discounter, neue Backtheken in den Supermärkten und im nächsten Jahr nach der EU-Erweiterung die Billigkonkurrenz aus Ost-Europa machen Brötchen immer billiger.

cs DÜSSELDORF. Die Gewinnmargen des deutschen Backgewerbes werden nach Schätzungen des Verbands Deutscher Großbäckereien im kommenden Jahr weiter sinken. „In den vergangenen fünf Jahren hat kaum ein Betrieb seine Verkaufspreise gegenüber dem Einzelhandel erhöhen können“, sagte Verbandsgeschäftsführer Helmut Martell. Und auch 2004 sei es ungewiss, ob man die gestiegenen Produktionskosten an den Handel weiter geben können.

Dabei kommen nach Verbandsangaben zum Teil erhebliche Mehrkosten auf die Branche zu. Der trockene Sommer habe bei Weizen und Roggen zu Ernteausfällen geführt, so dass Mehl voraussichtlich um 10 % teurer werde. Das Getreide ist bei den Bäckereibetrieben im Durchschnitt für ein Drittel der Gesamtkosten verantwortlich. Zudem belasteten höhere Personal-, Energie- und Logistikkosten die Branche.

Doch Preiserhöhungen scheinen kaum durchsetzbar. Mit dem Vormarsch der Lebensmitteldiscounter wie Aldi und Lidl steigt gleichzeitig der Anteil, den die Großbäckereien über diesen margenschwachen Vertriebsweg absetzen. Doch auch in den Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern geraten die Brotlieferanten unter Druck: Dort gibt es bereits 7 500 kleine Backstationen, die Brötchen und Baguettes ofenfrisch zum Discountpreis anbieten. Auf insgesamt 10 000, glaubt der Verband, könnte sich die Zahl dieser so genannten „Bake-off-Stationen“ im kommenden Jahr noch erhöhen.

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