Konkurrenz zur Bahn: Post und ADAC planen eigenes Busnetz

Konkurrenz zur Bahn
Post und ADAC planen eigenes Busnetz

Die deutsche Post und der ADAC starten eine Offensive gegen die Deutsche Bahn: Die beiden Unternehmen planen ein gemeinsames Fernbusnetz und wollen der Bahn so Konkurrenz machen. Starten könnten die Busse bereits 2014.
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Die Deutsche Post will der Deutschen Bahn die Kundschaft streitig machen. Mit dem Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) arbeitet die Post an einem Konzept für ein deutschlandweites Fernbusnetz, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten. Anfang 2014 könnte der Start des Projekts sein. Überlegt werde, die wichtigsten Städte Deutschlands miteinander zu verbinden. ADAC und Post könnten dabei auf ihr Netz an Filialen und Geschäftsstellen im ganzen Bundesgebiet zurückgreifen.

Beide Unternehmen verfügten über eine „hervorragende Infrastruktur von Filialen und Geschäftsstellen" in ganz Deutschland, erklärten sie am Freitag in Bonn. Dort könnten Kunden dann Fahrkarten und Informationen bekommen, erläuterte ein Sprecher des ADAC in München. Die Busse könnten dort auch halten.

Ein gemeinsames Team aus Experten beider Unternehmen habe bereits ein Konzept entwickelt, erklärten Post und ADAC. Es werde in den Gremien der beiden Unternehmen diskutiert. „Das kann aus unserer Sicht eine runde Sache werden", sagte der ADAC-Sprecher.

„Die Zeit ist reif für eine preisgünstige, sichere und komfortable Mobilitätsalternative", erklärte Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes. Die Deutsche Post stehe wie kein anderes Unternehmen für flächendeckende Präsenz und Zuverlässigkeit sowie Know-how im Transport und Fuhrparkmanagement. Der ADAC sei ein "renommierter und in Mobilitätsfragen erfahrener Partner".

Den Weg für eine Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes zum 1. Januar hatte die Politik vor einigen Wochen freigemacht. Am 1. Januar 2013 dürfen Busunternehmen im ganzen Land Fernverbindungen anbieten. Damit fällt ein Gesetz, dass die Bahn seit fast 80 Jahren auf Langstrecken vor Konkurrenz durch Busse schützte. Nun erhält die Bahn auf praktische allen Strecken Konkurrenz von den meist günstigeren Bussen. Geschützt werden nur Regionalstrecken mit bis zu 50 Kilometern, die Bahnen mit öffentlichen Zuschüssen betreiben. Busse gelten besonders auf Strecken bis etwa 400 Kilometer als wettbewerbsfähig.

 

Kommentare zu " Konkurrenz zur Bahn: Post und ADAC planen eigenes Busnetz"

Alle Kommentare
  • Was bitte schön hat der ADAC dabei zu suchen? Aus dem sogenannten e.V. ist mittlerweile ein ziemlicher Wirtschaftskrake mit zig Tochtergesellschaften geworden.
    Ich weiss nicht ob ich das gut heißen kann.

    Wurde der Mitgliedsbeitrag eigentlich schon einmal gesenkt?

  • Eigentlich knüpft die Post nur an eine einst durchaus erfolgreiche Vergangenheit an:
    Mitte der 50er Jahre war die Deutsche Post Kraftbus das größte Busunternehmen Europas.
    Analyst prognostiziert, das die Deutsche Post in jeder Hinsicht besser sein wird, wie die Deutsche Bahn AG.
    Ferner, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass die Deutsche Post Telekommunikations-Dienste übernehmen wird.
    Das Unternehmen ist hervorragend geführt und versteht es Massendienstleistungen zu einem gutem Preis- Leistungsverhältnis zu placieren.
    Viel Erfolg

  • Konkurrenz belebt das Geschäft.
    Die Deutsche Bahn wird richtigerweise unter Druck geraten und von ihrem hohen Ross zwangsweise herunterkommen müssen.
    Wir brauchen die Deutsche Bahn, aber sie wird wahrscheinlich erst unter Konkurrenzdruck positivere Leistungen erbringen, weil der Markt sie ansonsten nicht mehr braucht.

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