Konkurrenzdruck auf dem Markt
Harte Zeiten für die Güterbahnen

Sah es im freien Wettbewerb lange danach aus, als könnten kleine Privatanbieter den großen Güterbahnen den Rang ablaufen, ist nun doch die Logistiksparte der Deutschen Bahn europäischer Marktführer. Die Kleinen müssen umdenken – und sich Nischen suchen, in denen sie überleben können.

MAINZ. Im liberalisierten europäischen Schienengüterverkehr steigt der Wettbewerbsdruck. Harte Zeiten brechen dabei für die kleinen Newcomer an. Bisher profitierten sie von der mangelnden Flexibilität der großen Staatsbahnen. Doch zumindest Marktführer Railion, die Güterbahn-Tochter der Deutschen Bahn, holt auf.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der Güterverkehr auf der Schiene 2006 um 10,8 Prozent. Railion wuchs zwar nur um 8,2 Prozent, doch im europäischen Vergleich ist die Konzerntochter laut Internationalem Eisenbahnverband UIC mit Abstand die Nummer eins. Die polnische und die französische Bahn auf den Plätzen zwei und drei kommen zusammen nicht auf das Güterverkehrsaufkommen und die Profitabilität der Deutschen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, unsere Effizienzprogramme der letzten Jahre greifen, und unsere konsequente Branchenausrichtung kommt beim Kunden an“, beschreibt Norbert Bensel, im Bahnkonzern Holdingvorstand der Sparte Logistics, die Gründe für den Aufwärtskurs bei Railion.

Die kleinen Wettbewerber müssen umdenken, sagt beispielsweise Karl Michael Mohnsen, Vorstandschef des Wettbewerbers TX Logistik: „Vor sechs Jahren war der Markt für uns ein äußerst profitables Geschäft. Inzwischen sind die Preise so verfallen, dass man sich fragen muss, ob man im Schienengüterverkehr überhaupt Geld verdienen kann.“

Einer der Gründe sind die Fitnesskuren der Staatsbahnen, erklärt Beraterin Maria Leenen, Chefin der Branchenfirma SCI-Verkehr: „Wenn die schlafenden Riesen einmal wach sind, wird es eng für die Kleinen.“

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