Konkurrenzkampf in USA
Adidas macht Nike zu schaffen

Der weltgrößte Sportkonzern hat die Erwartungen der Analysten im jüngsten Quartal übertroffen. Doch ausgerechnet auf dem Heimatmarkt USA stagniert das Geschäft des Turnschuh-Herstellers. Das liegt vor allem am deutschen Rivalen Adidas.
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Beaverton/MünchenEs klingt fast schon trotzig: „Nike ist ein Wachstumsunternehmen“ lautet die Schlagzeile auf der Investor-Relations-Homepage des weltgrößten Turnschuh-Herstellers. Gerade so, als müsste das den Investoren immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.

Es stimmt ja, die wichtigste Sportmarke der Welt wächst. Im abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahrs, das am 31. Mai zu Ende ging, kletterte der Umsatz um fünf Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar, umgerechnet 7,6 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen hätte das Plus sogar sieben Prozent betragen. Und der Gewinn schoss um fast ein Fünftel auf gut eine Milliarde Dollar in die Höhe (874 Millionen Euro).

Trotzdem steht Nike-Chef Mark Parker unter Druck. Denn ausgerechnet auf dem Heimatmarkt Amerika stagnierte das Geschäft im letzten Quartal. Der Umsatz lag bei rund 3,75 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro), nur unwesentlich mehr als im Vorquartal. Auf dem wichtigsten Sportmarkt der Welt liegt das Label mit dem berühmten „Swoosh“-Logo damit zwar unangefochten vorne. Aber der deutsche Rivale Adidas ist in den USA derzeit sehr viel dynamischer unterwegs. Die Marke mit den drei Streifen steigerte ihren Umsatz in Nordamerika im ersten Quartal um mehr als ein Drittel auf knapp eine Milliarde Euro.

Dass es insgesamt im vergangenen Quartal dennoch aufwärts ging bei Nike, lag vor allem daran, dass die Chinesen so beherzt zu den Schuhen und Shirts der Marke gegriffen haben. Auch in anderen Schwellenländern zogen die Erlöse beträchtlich an.

Mit einem Jahresumsatz von 34,4 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) liegt Nike zwar weit vor dem Konkurrenten Adidas. Die Franken kamen zuletzt auf rund 19 Milliarden. Zudem ist Nike ungleich profitabler, die Firma aus Oregon erzielt in einem Quartal fast so viel Gewinn wie Adidas im ganzen Jahr. Doch Adidas ist derzeit eben besser in Fahrt. Erst Mitte des Monats hat Parker daher angekündigt, Nike tiefgreifend umzubauen.

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