Konkurrenzkampf
Tchibo stellt Filialen auf den Prüfstand

Die Handelskette Tchibo gerät durch Mitbewerber wie Aldi zunehmend unter Druck. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, droht nun die Schließung von bis zu 100 Niederlassungen, die nicht mehr in das Konzept des Konzerns passen.

HB FRANKFURT. Der Handelskonzern Tchibo plant wegen der harten Konkurrenz von Discountern wie Lidl oder Aldi offenbar die Schließung von Filialen. Bei der Überprüfung der Standorte habe sich herausgestellt, dass sich zehn Prozent der Filialen für ein neues Konzept nicht nutzen ließen, sagte ein Tchibo-Sprecher.

„Das kann dazu führen, dass einige Standorte geschlossen werden.“ Ein Personalabbau sei derzeit in diesem Zusammenhang aber nicht geplant. Damit widersprach der Sprecher der Zeitung „Die Welt“, die vorab unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, der Kaffeeröster wolle zwischen 200 und 300 Stellen abbauen und mehrere Hundert befristete Arbeitsverträge auslaufen lassen. Mit dem Betriebsrat sei ein Sozialplan ausgehandelt worden. Dem Bericht zufolge wird der Familienkonzern rund 100 Filialen aufgeben, das entspricht zehn Prozent der Standorte.

Tchibo macht bereits seit geraumer Zeit der aggressive Wettbewerb im Geschäft mit Gebrauchsartikel zu schaffen. Das Unternehmen war vielfach auf Teilen seines wöchentlich wechselnden Angebots sitzen geblieben und hatte daraufhin im vergangenen Jahr bereits die Sanierung der Sparte eingeleitet. Der „Welt“ zufolge sind der Ausbau des Kaffeegeschäfts oder gar eigene Coffeeshops nach dem Vorbild von Starbucks nicht mehr geplant. „Der Markt ist gesättigt“, zitierte das Blatt einen Konzernmanager. Ferner will Tchibo dem Blatt zufolge die Zahl der Verkaufsdepots im Einzelhandel kräftig ausdünnen.

Dabei stünden mehrere Tausend Depots, die etwa in Bäckereien oder Supermärkten stehen, zur Disposition.

„Die Situation ist unbefriedigend. Tchibo wird auf Umsatz verzichten, um die Margen wieder hochzubringen“, zitierte die „Welt“ eine mit den Geschäftszahlen vertraute Person. Statt der zuletzt knapp vier Milliarden Euro Umsatz stelle sich der Handelskonzern zukünftig auf etwa drei Milliarden Euro ein. Das Management habe die Vorgabe, bis zum Jahr 2010 die Rendite vor Steuern von derzeit zwei Prozent auf mindestens fünf Prozent zu erhöhen. In den Umbau will Tchibo rund 100 Millionen Euro investieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%