Konsequenz aus System-Ausfall
Lufthansa will Check-In-Technik besser absichern

Nachdem das weltweiten Check-In-Systems bei der Lufthansa vor drei Wochen komplett ausgefallen ist zieht die Airline nun Konsequenzen. Geprüft werden Möglichkeiten zur besseren Absicherung. Eine Entscheidung darüber werde aber noch einige Monate dauern, sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag.

HB FRANKFURT. Der für die Technik zuständigen Konzerntochter Lufthansa Systems zufolge versagte bei dem Ausfall das vorhandene Reservesystem (Back-up) für die Check-In-Terminals, weil es an entscheidender Stelle auf das ausgefallene Betriebssystem zurückgreift. Sechs Stunden lang wurden am 23. September weltweit die Fluggäste von Lufthansa und mehreren Partnergesellschaften von Hand eingecheckt. Neben zahlreichen Verspätungen wurden 60 innereuropäische Flüge gestrichen.

Prinzipiell sei ein eigenständiges Parallelsystem denkbar, sagte Lufthansa Systems-Chef Peter Franke. „So etwas ist natürlich nicht kostenneutral“, fügte er hinzu. Die Entscheidung für die Ausgestaltung des Back-up-Systems liege beim Kunden, in diesem Fall dem Lufthansa Geschäftsbereich Passage.

Nach Einschätzung von Technikexperten hätte das Check-In mit einem Zweitsystem, das im Stand-by-Betrieb bereit stünde, binnen weniger als einer Stunde wieder funktionsfähig gewesen. Ein solches System würde rund zehn Mill. € zusätzlich kosten, hieß es am Rande eines Touristikfachkongresses in Köln bei Technikanbietern für den Luftfahrt- und Touristikbereich.

Über möglichen Schadenersatz besteht bei Lufthansa noch keine Klarheit. „Ob und in welcher Höhe Schadenersatzforderungen geltend gemacht werden, wird momentan noch geprüft“, teilte die Unternehmens-Sprecherin mit.

Eine Wiederholung der konkreten Ursache für den Check-In-Ausfall gilt mittlerweile als ausgeschlossen. „Es handelte sich um eine Verkettung von gleich drei Problemen“, sagte Systems-Chef Franke. Die US-Firma Unisys, deren Betriebssystem Lufthansa beim Check-In verwendet, hatte in der Nacht ein Software-Update ausgeführt. Im Gefolge davon kam es zu einem Systemabsturz, weil eine Speicherdatei vollgelaufen war.

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