Konsolidierung
Arabischer Börsenbetreiber stockt Euronext-Anteil auf

Neue Bewegung im Kapital der Vierländerbörse Euronext. Das Dubai International Financial Centre (DIFC) hat seine Beteiligung weiter aufgestockt. Rätselraten herrscht derzeit darüber, welches Ziel das DIFC mit seinem Investment verfolgt.

ali PARIS. Der Betreiber Börse Dubai teilte am Montag nachmittag mit, dass er seinen Euronext-Anteil mittlerweile auf 1,67 Prozent ausgebaut hat. Am Morgen hatte das DIFC in einer Pflichtmitteilung erklärt, seinen Euronext-Anteil von 1,27 auf 1,49 Prozent aufgestockt zu haben. Der Kurs von Euronext erreichte daraufhin am Nachmittag mit einem Stand von 74,50 Euro einen neuen historischen Höchststand.

Vergangenen Mittwoch war der Betreiber des Finanzzentrums Dubai zum ersten Mal an die Öffentlichkeit getreten mit der Meldung, über ein Prozent an der Vierländerbörse erworben zu haben. Dieses Investment sei "in vollem Einverständnis mit dem Euronext-Management" erfolgt, teilte DIHC damals mit.

Ein Sprecher verweigerte jeden weiteren Kommentar zu den Motiven des Ausbaus der Beteiligung. Er verwies lediglich auf die Mitteilung vom 19. April. Darin hieß es ferner, dass dies Beteiligung Ausdruck der langfristigen Strategie des DIFC sei, sich zu einem ergänzenden Finanzzentrum zu New York oder London zu entwickeln.

Mit dem Auftauchen des DIFC schaltet sich nun ein weiterer Spiele in die Börsenkonsolidierung ein. Euronext sondiert derzeit seine Fusionmöglichkeiten. Ursprünglich war der Betreiber der Börsen Paris, Brüssel, Amsterdam und Lissabon sowie der Terminbörse Liffe an einem Zusammengehen mit der London Stock Exchange interessiert. Doch Hedge Fonds wie Atticus oder TCI, die einen Großtteil des Kapitals von Euronext besitzen, drängen das Management zu einer Fusion mit der Deutschen Börse AG

Wie es in Finanzkreisen heißt, soll Euronext-Chef Jean-Francois Théodore auch mit dem Management der New York Stock Exchange bereits gesprochen haben. Théodore will auf der Euronext-Hauptversammlung am 23. Mai seinen Aktionären eine Empfehlung für ein Fusionsprojekt geben.

Neues Mitglied der Euronext-Verteidigungsfront?

Analysten vermuten nun, dass der Großinvestor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu der Abwehrfront von Euronext gezählt werden kann. Frankreichs Großbanken sowie namhafte französische Konzerne wie Suez oder Air Liquide haben ihre Euronext-Anteile in zwei Verbünden eingebracht, mit dem Ziel, das Geschäftsmodell von Euronext zu bewahren. Auch das DIFC hat ein Interesse an der Verteidigung des Euronext-Modells, so ein Analyst, denn das DIFC nutzt das Euronext-Handelssystem für die Börse Dubai.

DIFC setze offenbar darauf, eines Tages eine Verbindung zu den von Euronext betriebenen Börsenplätzen aufzubauen. Damit könnten dann die bestehenden Euronext-Kunden problemlos Geschäfte über die Börse Dubai abwickeln.

Bei einem Zusammengehen mit der Deutschen Börse gibt es von französischer Seite die Befürchtung, teure Umstellungen bei den Handelssystemen vornehmen zu müssen. Als größerer Partner könnte die Deutsche Börse versuchen, das eigene System in einem fusionierten Konzern durchzusetzen.

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