Konsumflaute hält an - Umsatzrückgang im März
Kalter Winter vermiest Einzelhändlern das Geschäft

Trotz einer besseren Stimmung bei den Verbrauchern hält die Konsumflaute im deutschen Einzelhandel an. Im März wurde deutlich weniger umgesetzt ein Jahr zuvor.

HB WIESBADEN. Die Umsätze gingen im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Hauptgründe für den Rückgang waren das Osterfest, das in diesem Jahr erst im April lag, sowie das kalte Winterwetter. Beides machte sich besonders bei Lebensmitteln und Textilien bemerkbar. Bei Lebensmitteln gab es im März ein Minus von 1,9 Prozent, bei Bekleidung und Schuhen gingen die Umsätze um fünf Prozent zurück.

„Von einer Trendwende beim Konsum sind wir noch weit entfernt“, sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Da der März zwei Verkaufstage mehr hatte als 2005, sei der Umsatzrückgang eigentlich noch viel höher ausgefallen. „Der Einzelhandel schwächelt, die Lage und die Konsumstimmung sind weiter labil“, sagte der Sprecher. Lediglich durch die Fußball-WM und Vorzieheffekte durch die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung werde der Einzelhandel in diesem Jahr ein leichtes Plus von einem Prozent erreichen können.

Der HDE appellierte an die Bundesregierung, auf die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent Anfang 2007 zu verzichten. Dies entziehe dem Konsum 25 Mrd. Euro. „Die Bundesregierung sollte sich das gut überlegen, sonst werden wir im nächsten Jahr über einen längeren Zeitraum noch schlimmere Zahlen haben als jetzt im März“, warnte Pellengahr. Da die deutsche Wirtschaft wachse und die Steuereinnahmen dadurch stiegen, brauche der Staat die zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen nicht.

In den ersten drei Monaten 2006 gab es im Einzelhandel nach Angaben der Statistiker einen Umsatzanstieg von 0,9 Prozent. Bei Waren- und Kaufhäusern, im Versandhandel sowie im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln stehen aber weiter negative Vorzeichen. Die Zahlen wurden aus den Ergebnissen von sechs Bundesländern berechnet, die etwa drei Viertel des Gesamtumsatzes ausmachen. Deshalb werden sie häufig vom Statistischen Bundesamt noch korrigiert.

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