Konsumfreude der Verbraucher läßt auf sich warten
Einzelhändler spüren Aufschwung nicht

Der kriselnde deutsche Einzelhandel wartet weiter auf den Beginn der wirtschaftlichen Erholung. Nach einem enttäuschenden Start ins laufende Jahr befürchtet der Branchenverband HDE, dass neue Debatten um Sparprogramme und höhere Steuern selbst den erhofften kleinen Umsatzzuwachs in diesem Jahr verhindern. Der HDE gab sich auf der Pressekonferenz am Mittwoch zwar verhalten optimistisch, betonte aber auch, dass der Einzelhandel sich nur mühsam erhole.

HB BERLIN. „Im Einzelhandel haben wir bisher noch nichts von einem Aufschwung verspürt“, sagte HDE-Präsident Hermann Franzen am Mittwoch bei der HDE-Jahrespresse-Konferenz in Berlin. Noch geht der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) von einem nominalen Umsatzplus von einem halben Prozent in diesem Jahr aus, was real stagnierende Einnahmen bedeuten würde.

Doch die wegen höherer Steuern und teureren Öls steigende Inflation und Diskussionen um höhere Belastungen der Bürger drohten den Verbrauchern die langsam bessere Kauflaune wieder zu verderben

.

Daher wachsen die Zweifel an der kommenden Trendwende an. Auch ein Abbau weiterer Stellen ist nicht auszuschließen. Nachdem der Einzelhandel bereits in den beiden vergangenen Jahren sinkende Umsätze verkraften musste, lagen die Einnahmen auch im ersten Quartal dieses Jahres unter dem Vorjahresniveau. „Auch der April ist nach ersten Hinweisen aus den Unternehmen kaum besser gelaufen“, sagte Franzen. Nach diesem Start werde es für den Einzelhandel nicht leicht, das laufende Geschäftsjahr zumindest mit einem kleinen Plus zu beenden.

Die Hoffnung ruhe auf dem zweiten Halbjahr. Für 2005 hält der Verband dann wieder einen nominales Umsatzplus von einem Prozent für möglich. Doch selbst wenn sich die Umsätze in der Branche 2004 stabilisieren sollten, geht der HDE davon aus, dass gut 20 000 der 2,744 Mill. Arbeitsplätze verloren gehen. Bereits 2003 war die Zahl der Beschäftigten um 57 000 zurückgegangen. Rund 4500 Betriebe hätten Insolvenz anmelden müssen, etwa 30 000 Einzelhändler hätten aufgegeben. Die Neugründungen hätten diesen Schwund weder zahlenmäßig noch qualitativ ausgleichen können.

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