Konsumgüter
Henkel kann sich Abschwung nicht entziehen

Mit einem kräftigen Gewinnanstieg trotz Krise präsentiert sich Henkel - den verdankt der Konsumgüterhersteller allerdings der Veräußerung einer Unternehmensbeteiligung. Und beim organischen Wachstum sieht es nicht gut aus - auch wenn Henkel hier zulegen will.

HB DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel hat 2008 dank des Verkaufs der Ecolab-Beteiligung einen kräftigen Gewinnanstieg verbucht und ist in den Sog der Konjunkturkrise geraten. Unterm Strich verdiente das im DAX notierte Unternehmen 1,233 Milliarden Euro nach 941 Millionen Euro vor einem Jahr. Ohne diesen Sondererlös hätte der Überschuss bei 945 Millionen Euro stagniert - 4 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz legte dank der Übernahme im Schlussquartal um 11,1 Prozent auf 3,541 Milliarden Euro zu, wie Henkel am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Die organische Umsatzentwicklung´allerdings, der wichtigste Indikator für den Lauf der Geschäfte, schrumpfte zwischen Oktober und Ende Dezember zum ersten Mal seit mehr als sieben Jahren, wie der Konzern mitteilte.

Grund für den Rückgang um 1,2 Prozent war die Klebersparte, die wegen des Einbruchs der Nachfrage im Auto- und Elektronikgeschäft 9,2 Prozent organisch weniger umsetzte. Dagegen konnte die Sparte Wasch- und Reinigungsmittel in der Krise um 5,4 Prozent zulegen, Kosmetik/Körperpflege um 3,3 Prozent wachsen.

Kosten für das Sparprogramm drückten den operativen Gewinn (Ebit) auf 155 (Vorjahreszeitraum: 323) Millionen Euro. Bereinigt um diese Kosten stieg das Ebit aber auf 379 Millionen Euro - mehr als von Analysten erwartet. Der bereinigte Quartalsüberschuss nach Anteilen Dritter stieg auf 249 (247) Millionen Euro. Die Aktionäre sollen für 2008 eine unveränderte Dividende erhalten.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten für das vierte Quartal einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von 365 Millionen Euro erwartet.

Für das wegen der Finanzkrise schwierige Jahr 2009 wagte Henkel keine konkrete Prognose. Das organische Umsatzwachstum solle über der Marktentwicklung liegen, der operative Gewinn (Ebit) und das EPS sollen durch niedrigere Rohstoffpreise und Einsparungen gestützt werden. Quantifizierte Aussagen machte Henkel aber nicht

.

Die Zahlen von Henkel sind einer ersten Händlereinschätzung zufolge etwas besser als erwartet ausgefallen. "Zu verdanken ist das insbesondere dem starken EBIT", sagte der Börsianer am Mittwochmorgen. Als positive Zugabe wertete er die unveränderte Dividende und das angepeilte organische Wachstum, das besser ausfallen soll als das Marktwachstum. Der Ausblick sei zwar nicht sehr konkret, insgesamt sollte die Aktie aber positiv auf das Ergebnis reagieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%