Konsumgüter-Hersteller Aktivistischer Investor steigt bei Danone ein

Zuvor traf es Nestlé und Procter & Gamble: Wieder ist ein aggressiver US-Fonds bei einem Konsumgüterkonzern eingestiegen, diesmal bei Danone. Forderungen des Investors Corvex gibt es noch nicht – doch das könnte sich ändern.
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Der französische Milchkonzern muss sich auf Gegenwind durch einen aktivistischen US-Investor einstellen. Quelle: Reuters
Danone

Der französische Milchkonzern muss sich auf Gegenwind durch einen aktivistischen US-Investor einstellen.

(Foto: Reuters)

HamburgJetzt also Danone: Auch bei dem französischen Molkerei-Konzern mischt ein aktivistischer Investor mit – wie zuvor schon bei Nestlé. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Fonds Corvex für rund 340 Millionen Euro Aktien gekauft. Konkrete Forderungen stellt Corvex demnach noch nicht – schließt diese für die Zukunft aber nicht aus.

Danone gilt im Vergleich zu anderen Konsumgüterriesen als niedrig bewertet. Daher kamen zuletzt auch schon Spekulationen auf, die Franzosen könnten zum Übernahmeobjekt werden – etwa für Kraft Heinz. Der von Waren Buffett mitkontrollierte US-Konzern hatte zuletzt von Unilever eine Absage kassiert und ist wohl weiterhin auf der Suche nach Zukäufen.

Der Danone-Aktie schadet das natürlich nicht: Sie legte am Dienstag deutlich zu. Corvex-Mastermind Keith Meister hat damit bereits ein erstes Ziel erreicht. Laut Bloomberg geht Meister davon aus, dass der Danone-Kurs zulegt, wenn sich der Konzern mehr auf den Gesundheitstrend fokussiert – was Danone-Chef Emmanuel Faber ohnehin schon angekündigt hat. Zunächst plane Meister keine öffentlichen Forderungen. Das könne sich aber ändern.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Seit das organische Wachstum in der Branche wegen der weltweiten Konsumflaute schwächelt, geraten immer neue Konzerne ins Visier von Aktivisten. Sie verlangen vom jeweiligen Management einen neuen Kurs, um kurzfristig den Aktienwert nach oben zu treiben. Danone ist dafür nur das jüngste Beispiel.

Gerade die Branchenriesen müssen offenbar zum Jagen getragen werden: 3G ist zusammen mit Star-Investor Warren Buffett beim Ketchupkonzern Heinz eingestiegen, hat ihn mit Kraft vermählt und zwischenzeitlich versucht, Unilever mit ins Boot zu holen. Bei Nestlé hat Investor Daniel Loeb mit seinem Einstieg vor wenigen Wochen bereits ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm erreicht.

Und die deutsche Milliardärsfamilie Reimann gehört zu den Treibern hinter dem Plan, aus dem Kaffeekonzern Douwe Egberts und Jacobs-Kaffee ein weltweites Imperium zu formen.

Selbst der Kauf des US-Lebensmittelhändlers Whole Foods durch Amazon geht auf den Druck von Aktivisten zurück: Jana Partners war erst im Frühjahr bei Whole Foods eingestiegen und gewinnt mit dem Deal mehrere Hundert Millionen Dollar.

Meisters Fonds Corvex ist derzeit auch bei Clariant aktiv, wo er die geplante Fusion mit Huntsman verhindern will. Bei Nestlé war zuletzt der US-Investor Daniel Loeb eingestiegen. Er fordert unter anderem, der Nahrungsmittelkonzern solle sich von seinen L'Oréal-Aktien trennen.

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