Konsumgüterkonzern
Heißer Sommer beschert Beiersdorf Gewinnsprung

Sonnenanbeter brauchen Sonnenmilch. Davon profitiert in diesem Jahr der Konsumgüterkonzern Beiersdorf, zu dem Marken wie Niveau und Eucerin gehören. Der Betriebsgewinn stieg im dritten Quartal um 17 Prozent.
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HamburgStefan Heidenreich hat dem Nivea-Hersteller Beiersdorf zu neuem Glanz verholfen. Der seit 18 Monaten amtierende Chef hat den lange als schlafender Riese und Übernahmekandidat gehandelten Hamburger Kosmetikkonzern stark auf das Geschäft in Schwellenländern ausgerichtet - das zahlt sich zunehmend aus. Im Sommerquartal sprang der Betriebsgewinn überraschend stark um 17 Prozent auf 216 Millionen Euro. Weil der Vorstand angesichts der guten Geschäfte daraufhin seine Jahresziele anhob, legte die Beiersdorf-Aktie am Dienstag um mehr als fünf Prozent zu und war damit größter Gewinner im Dax. Seit Heidenreichs Amtsantritt hat das Papier 41 Prozent gewonnen und damit mehr als der Dax - der deutsche Leitindex legte in der gleichen Zeit 34 Prozent zu.

Heidenreich, der vor eineinhalb Jahren von der auf Babynahrung und Konfitüren spezialisierten Hero-Gruppe zu Beiersdorf kam, hat das Traditionsunternehmen umgekrempelt: Mit eigenen Forschungszentren in China und Südamerika orientieren sich die Hamburger nun stärker an den Bedürfnissen der Kundschaft in diesen Ländern, in denen die Nachfrage nach Kosmetika stark wächst. Zugleich führte Heidenreich Beiersdorf mit dem Werbekonzept „Blue Agenda” stärker zu seinen historischen Wurzeln zurück, der blauen Dose mit dem Schriftzug Nivea. Davor hatte eine Vielzahl von Verpackungen und Schriftzügen Nivea nach einer Konzernanalyse für viele Verbraucher als Marke unter vielen erscheinen lassen.

„Beiersdorf ist weiter im Aufwind. Wir befinden uns auf Wachstumskurs”, freute sich der 50-Jährige bei der Präsentation der Zwischenbilanz. Beiersdorf habe in vielen Ländern Marktanteile gewonnen. Neben neuen Dusch-Lotionen, Deos und Cremes gegen Hautalterung spielte dem Kosmetikanbieter im abgelaufenen Quartal auch das Wetter in die Hände. Wegen des heißen und sonnigen Sommers zwischen Juli und September griffen die Verbraucher verstärkt zu Sonnenschutzmitteln und ließen die Kassen von Nivea kräftig klingeln.

Auch das Geschäft der kleineren Klebstofftochter Tesa lief überraschend gut, da die Industriekundschaft wegen der Konjunkturerholung mehr bestellte, um die Läger zu füllen. Tesa ist ein wichtiger Lieferant von Spezialklebern für Handys, Smartphones und Tablet-Computern und beliefert zudem die Automobilindustrie.

Ermutigt durch das gute Geschäft hob das Management die Geschäftsziele an. Beim Umsatz traut sich der Konzern nun für 2013 ein Plus von sechs bis sieben Prozent nach bislang fünf bis sechs Prozent zu. Die Marge (Ebit-Rendite) soll rund 13 Prozent erreichen. Bislang war der Vorstand von einer Spanne zwischen zwölf und 13 Prozent ausgegangen. Nach neun Monaten lag sie bereits bei 13,9 Prozent.

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