Konsumgüterkonzern
Henkel will Klebstoffbereich ausbauen

Die Klebstoffbranche ist momentan der wichtigste Bereich des Henkel-Konzerns – ein Wachstumsmarkt ist da die Produktion von Smartphones. Der verantwortliche Vorstand plant diverse Zukäufe, um zu expandieren.
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Berlin/ DüsseldorfDer Konsumgüterkonzern Henkel hält nach geeigneten Übernahmekandidaten unter anderem für seine Klebstoffsparte Ausschau. „Es ist die Zeit gekommen, um auch Zukäufe wieder ins Auge zu fassen", sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabbericht.

„Wir haben eine Liste mit potenziellen Objekten, die fest vorgegebenen Kriterien entsprechen müssen - die werden wir abarbeiten", ergänzte sie. Zukäufe müssten den Hersteller von Persil, Pritt & Co „strategisch weiterbringen, verfügbar sein – und der Preis muss stimmen".

Auch der für die Klebstoffe verantwortliche Henkel-Vorstand Jan-Dirk Auris sprach in der „WirtschaftsWoche" von einer „umfangreiche Liste mit potenziellen Kaufkandidaten", um die Klebstoffsparte mittels Akquisitionen zu stärken.

Derzeit ist die Sparte mit einem Jahresumsatz von etwa 8,2 Milliarden Euro der wichtigste Bereich des Düsseldorfer Konzerns. Henkel-Chef Kasper Rorsted hatte im November bekräftigt, den Konzernumsatz bis 2016 auch mittels Übernahmen auf 20 Milliarden Euro ausbauen zu wollen. Dabei verfüge Henkel über einen Finanzierungsspielraum von vier Milliarden Euro, hatte Rorsted erklärt.

Bagel-Trah, die zugleich dem Gesellschafterausschuss vorsteht, zeigt sich optimistisch, dass die Familie auch in Zukunft fest zu Henkel steht. „Wir sind mit Stolz weiter der Firma verbunden", sagte sie.

Die Nachfahren von Fritz Henkel hätten 53 Prozent der Anteile vertraglich gebündelt. Diese Vereinbarung habe eine unbefristete Laufzeit, könne aber 2016 erstmals gekündigt werden. „Es gibt bei uns eine gute Tradition, solche Dinge frühzeitig zu klären. Da bin ich sehr zuversichtlich", sagte Bagel-Trah.

Kartellrechtliche Probleme sieht Henkel nicht. „Der weltweite Klebstoffmarkt unterteilt sich in etwa 70 Segmente, und es gibt insgesamt rund 1000 Wettbewerber. Da gibt es nur relativ wenig nennenswerte Überschneidungen“, sagte Henkel-Vorstand Jan-Dirk Auris in der am Montag erscheinenden „Wirtschaftswoche“.

Einen großen Wachstumsmarkt sieht Auris in der Produktion von Smartphones und Tablets. „In jedem Handy steckt je nach Modell Klebstoff im Wert bis zu 80 Cent. Dieser Markt wächst im Durchschnitt um 25 bis 40 Prozent pro Jahr“, sagt der Henkel-Vorstand.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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